Cannabis Statistik in der Schweiz: Zahlen, Trends und Versorgung im Überblick
Cannabis ist in der Schweiz die am häufigsten konsumierte illegale Substanz und spielt sowohl in der öffentlichen Gesundheit als auch in der Gesundheitspolitik eine zentrale Rolle. Wer aktuelle und verlässliche Zahlen zum Cannabiskonsum sucht, stösst jedoch schnell auf fragmentierte Informationen. Diese Seite bündelt die wichtigsten Schweizer Cannabis-Statistiken, ordnet sie ein und zeigt, welche Konsequenzen sich für Prävention, Forschung und Therapieangebote ergeben. Im Fokus stehen nicht nur reine Kennzahlen, sondern auch ihre Bedeutung für Betroffene, Fachpersonen und Entscheidungsträger. Alle Inhalte sind sachlich, evidenzbasiert und orientieren sich an der aktuellen Datenlage in der Schweiz.
Cannabis Statistik in der Schweiz: Eine umfassende Übersicht
Diese Übersicht zur Cannabis-Statistik in der Schweiz fasst aktuelle Kennzahlen, Trends und Hintergründe zusammen. Sie richtet sich an Personen, die sich fundiert mit dem Cannabiskonsum in der Bevölkerung, den gesundheitlichen Auswirkungen sowie den Möglichkeiten von Beratung und Therapie auseinandersetzen möchten. Im Zentrum stehen dabei Schweizer Daten, die von nationalen Monitoring-Programmen, Gesundheitsbefragungen und spezialisierten Fachstellen erhoben werden. Durch die Verbindung von Zahlen, Einordnung und Praxisbezug erhalten sowohl Betroffene und Angehörige als auch Fachpersonen und Interessierte eine strukturierte Grundlage für Entscheidungen rund um Konsum, Prävention und Behandlung.
Einleitung in die Cannabis-Statistik der Schweiz
In der Schweiz stellt Cannabis nach wie vor die am häufigsten konsumierte illegale Substanz dar. Laut aktuellen Erhebungen haben über ein Drittel der Schweizer Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben Cannabis ausprobiert. Der Konsum und die daraus resultierenden statistischen Daten bieten Einblicke in gesellschaftliche Trends und Herausforderungen im Kontext der öffentlichen Gesundheit.
Die Cannabis-Statistik dient dabei nicht nur als nüchterne Beschreibung eines Konsumphänomens, sondern als wichtiges Planungsinstrument: Sie hilft, Ressourcen im Gesundheitswesen gezielt einzusetzen, politische Massnahmen zu evaluieren und Angebote für Prävention, Beratung und Therapie auf den tatsächlichen Bedarf abzustimmen. Besonders relevant ist der Blick auf Zeitreihen, also die Entwicklung über mehrere Jahre hinweg. So lässt sich erkennen, ob der Cannabiskonsum in bestimmten Altersgruppen zu- oder abnimmt, ob problematische Konsummuster stabil bleiben oder sich verschieben und wie sich rechtliche Anpassungen oder gesellschaftliche Debatten auf das Verhalten der Bevölkerung auswirken. Für Fachpersonen im Suchtbereich sind diese Informationen eine zentrale Grundlage, um wirksame Interventionen zu konzipieren und Betroffene evidenzbasiert zu begleiten.
Cannabis-Konsum: Zahlen und Fakten
Im Jahr 2022 haben ungefähr 7.6 % der Schweizerinnen und Schweizer zwischen 15 und 64 Jahren Cannabis konsumiert. Innerhalb des letzten Monats hat sich diese Zahl auf etwa 4 %, also rund 223'000 Personen, reduziert. Diese Statistik unterstreicht die weite Verbreitung von Cannabis in der Gesellschaft, wobei der Konsum bei Männern generell höher ausfällt als bei Frauen. Diese Zahlen verdeutlichen nicht nur das Ausmass des Konsums, sondern auch die Notwendigkeit, fundierte statistische Daten für die Entwicklung von Präventions- und Interventionsprogrammen zu nutzen.
Für die Interpretation dieser Zahlen ist zentral, zwischen verschiedenen Konsumindikatoren zu unterscheiden. Der Lebenszeitkonsum (jemals konsumiert) zeigt, wie viele Menschen insgesamt mit Cannabis in Kontakt waren. Der Jahreskonsum (Konsum innerhalb der letzten 12 Monate) spiegelt eher aktuelle Verhaltensmuster wider, während der Monatskonsum (letzte 30 Tage) einen Hinweis auf regelmässigere Nutzung geben kann. In der Schweizer Praxis wird zudem häufig zwischen gelegentlichem Konsum (einige Male pro Jahr), wiederkehrendem Konsum (z. B. monatlich) und häufigem Konsum (z. B. wöchentlich oder fast täglich) unterschieden. Problematisch ist Konsum vor allem dann, wenn er mit Kontrollverlust, deutlichen sozialen oder gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder anhaltendem Leidensdruck einhergeht. Reine Prävalenzzahlen erfassen diese Dimension zwar nur begrenzt, liefern aber einen wichtigen Rahmen, in dem weiterführende klinische und sozialwissenschaftliche Studien verortet werden können.
Demografische Unterschiede im Cannabiskonsum
Altersspezifische Daten: Der Cannabiskonsum ist besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren verbreitet. Diese Altersgruppe zeigt sowohl eine höhere Bereitschaft, Cannabis auszuprobieren, als auch eine erhöhte Tendenz zum regelmässigen Konsum. Dagegen nimmt die Konsumhäufigkeit tendenziell ab, sobald die Menschen die Altersgruppe von 25 bis 30 Jahren erreichen.
Geschlechtsspezifische Unterschiede: Männer konsumieren signifikant häufiger Cannabis als Frauen, was sowohl für gelegentlichen als auch regelmässigen Konsum gilt. Diese Geschlechterdisparität könnte auf eine Vielzahl von Faktoren zurückzuführen sein, einschliesslich sozialer, kultureller und psychologischer Einflüsse.
Die demografische Betrachtung der Cannabis-Statistik in der Schweiz zeigt, dass Konsumverhalten stark vom Lebensabschnitt und der sozialen Rolle geprägt ist. Jugendliche und junge Erwachsene befinden sich oft in Phasen der Identitätssuche und des Experimentierens, was den Erstkonsum begünstigen kann. Schul- und Ausbildungswechsel, Peer-Gruppen und Freizeitgestaltung spielen hier eine wichtige Rolle. Bei Personen ab Mitte zwanzig wirken zunehmend berufliche Verantwortung, Familiengründung und gesundheitliche Überlegungen konsummindernd. Bei den Geschlechterunterschieden ist in der Schweiz – ähnlich wie international – ein stabiler Trend erkennbar: Männer berichten in Befragungen häufiger von riskanten Konsummustern. Für Präventionsprogramme bedeutet dies, dass sowohl alters- als auch geschlechtsspezifische Ansätze sinnvoll sind, zum Beispiel geschlechtssensible Gruppenangebote oder auf Lehrbetriebe zugeschnittene Informationsformate. Gleichzeitig braucht es Angebote, die nicht stigmatisieren, sondern ressourcenorientiert informieren und unterstützen.
Gesundheitliche und gesetzliche Aspekte
In der Schweiz wird Cannabis weiterhin als Betäubungsmittel eingestuft und unterliegt dem Bundesgesetz über die Betäubungsmittel und psychotropen Stoffe. Trotz der strengen Gesetzgebung ist der Konsum von Cannabis – vor allem in problematischer Weise – ein bedeutendes gesundheitliches Thema. Problematischer Konsum kann negative Konsequenzen nach sich ziehen, die von Konzentrationsproblemen bis zu sozialer Isolation reichen. Ein Prozent der Bevölkerung soll im Jahr 2016 einen solchen problematischen Konsum berichtet haben, was sich bis ins Jahr 2023 auf ähnliche Werte eingestellt hat.
Aus gesundheitlicher Sicht ist vor allem die Kombination aus Konsumhäufigkeit, Wirkstoffgehalt und individueller Vulnerabilität entscheidend. In der Schweiz wurde in den letzten Jahren eine Tendenz zu höheren THC-Gehalten bei illegal gehandeltem Cannabis beschrieben, was den Konsum für bestimmte Personengruppen risikoreicher machen kann. Gleichzeitig bleibt das rechtliche Umfeld klar reguliert: Besitz und Handel von nicht medizinischem Cannabis sind grundsätzlich verboten, auch wenn in der Praxis kantonale Unterschiede bei den Sanktionen bestehen. Parallel dazu werden kontrollierte Pilotprojekte zur regulierten Abgabe von Cannabis durchgeführt, um wissenschaftliche Erkenntnisse über Auswirkungen auf Konsummuster und Gesundheit zu gewinnen. Für medizinisches Cannabis gelten seit den jüngsten Anpassungen spezifische Regeln, insbesondere bezüglich Verschreibbarkeit und Abgabe über Apotheken. Für Betroffene mit problematischem Konsum ist zentral zu wissen, dass Hilfsangebote in der Regel auf Freiwilligkeit, Vertraulichkeit und Schadensminderung ausgerichtet sind und nicht primär repressive Ziele verfolgen.
Entwicklung und Trends im Cannabiskonsum
Langzeitstudien deuten darauf hin, dass die Anzahl derjenigen, die innerhalb eines Jahres Cannabis konsumiert haben, leicht angestiegen ist. Allerdings zeigt der monatliche Konsum eine stabilere Tendenz. Diese Entwicklung könnte möglicherweise auf gesellschaftliche Normalisierungsprozesse des Cannabiskonsums zurückzuführen sein, auch infolge der aufkeimenden internationalen Diskussion um die Legalisierung.
Für die Schweiz ist in den verfügbaren Monitoring-Daten in den letzten Jahren kein sprunghafter Anstieg des Cannabiskonsums erkennbar, sondern eher eine langsame, je nach Indikator differenzierte Entwicklung. Der leichte Zuwachs beim Jahreskonsum kann auf eine grössere Offenheit im Umgang mit dem Thema hinweisen, während die Stabilität beim monatlichen Konsum nahelegt, dass die Gruppe der häufig Konsumierenden relativ konstant bleibt. Die internationale Diskussion um Legalisierungsmodelle – etwa in Kanada oder einzelnen US-Bundesstaaten – wird in der Schweizer Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt und kann Einstellungen gegenüber Cannabis beeinflussen, ohne dass sich dies unmittelbar und stark in den Zahlen niederschlagen muss. Laufende Schweizer Pilotversuche zur regulierten Abgabe liefern zusätzlich Daten, wie sich Verfügbarkeit, Preisstrukturen und Produktqualität auf das Verhalten auswirken. Für Politik und Fachwelt ist dabei besonders relevant, ob sich problematische Konsummuster verändern und wie sich die Inanspruchnahme von Beratungs- und Therapieangeboten im Zeitverlauf entwickelt.
Therapie und Beratung bei Cannabisproblemen
Die Therapie und Beratung für Personen mit Cannabisproblemen ist ein wichtiger Bestandteil des Schweizer Gesundheitssystems. Im Jahr 2023 befanden sich über 3'000 Personen in einer ambulanten Therapie aus Gründen, die mit ihrem Cannabiskonsum zusammenhängen. Diese Programme betonen oft die Bedeutung von Frühintervention, um die negativen Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen zu minimieren.
In der Praxis reicht das Spektrum der Hilfsangebote von kurzen, motivierenden Beratungsgesprächen bis hin zu strukturierten ambulanten Therapien, die mehrere Monate dauern können. Ambulatorien für Suchtmedizin, psychologische Beratungsstellen, ärztliche Praxen und spezialisierte Einrichtungen arbeiten häufig interdisziplinär zusammen. Zentrale Ziele sind die Reduktion des Konsums, die Stärkung der Selbstkontrolle, der Umgang mit Craving (Konsumverlangen) sowie die Bearbeitung von Begleitproblemen wie Angst, Depression oder Konflikten im sozialen Umfeld. Für Jugendliche existieren in vielen Kantonen spezifische Programme, die Schule, Elternhaus und Freizeitkontext einbeziehen. Die Statistik zeigt, dass ein Teil der Betroffenen erst dann Hilfe sucht, wenn bereits deutliche Einschränkungen im Alltag vorliegen. Deshalb setzen moderne Angebote stärker auf niederschwellige Zugänge, digitale Informationsplattformen und anonyme Erstberatungen, damit Personen mit Fragen oder Unsicherheiten frühzeitig ins Gespräch kommen können – auch ohne bereits an eine Abstinenz verpflichtet zu sein.
Cannabis-Therapie
Hier finden Sie einen strukturierten Einstieg in das Thema Cannabis-Therapie in der Schweiz: Von den rechtlichen Rahmenbedingungen über typische Indikationen bis hin zu Ablauf, Verschreibung und Verlaufskontrolle einer Behandlung mit medizinischem Cannabis.
Info-/Vergleichsportal
Im Vergleichs- und Informationsbereich erhalten Sie einen Überblick über unterschiedliche Anwendungen von Cannabis im medizinischen Kontext sowie Orientierung zu Angeboten und Strukturen im Schweizer Gesundheitswesen.
Partner-Apotheken
Eine Auswahl an Partner-Apotheken unterstützt Patientinnen und Patienten bei der sicheren Abgabe von medizinischem Cannabis, der praktischen Anwendung und der Rückmeldung an behandelnde Ärztinnen und Ärzte.
Allgemeine Fragen
Im FAQ-Bereich finden Sie Antworten auf häufige Fragen zu Cannabis, medizinischer Nutzung, rechtlicher Situation und praktischen Abläufen im Schweizer Kontext.
Regionaler Überblick: Konsummuster in Schweizer Städten
Studien aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass in grösseren Städten wie Genf und Lausanne die höchsten Konsumraten pro Kopf registriert wurden. Diese Urban-Rural-Disparität deutet darauf hin, dass städtische Regionen ein gewisses Mass an Besonderheiten im Konsumverhalten aufweisen könnten, möglicherweise bedingt durch kulturelle Faktoren oder soziale Dynamiken.
Der regionale Vergleich der Cannabis-Statistik in der Schweiz macht deutlich, dass urbane Zentren tendenziell höhere Prävalenzen aufweisen als ländliche Gebiete. In Städten ist das Freizeitangebot vielfältiger, soziale Szenen sind dichter, und der Zugang zu Substanzen kann leichter sein. Gleichzeitig existieren in Ballungsräumen meist auch mehr spezialisierte Suchtangebote und Beratungsstellen. In kleineren Gemeinden und ländlichen Regionen können dagegen soziale Kontrolle und stärkere persönliche Vernetzung hemmend auf sichtbares Konsumverhalten wirken, was sowohl die tatsächlichen Raten als auch die gemeldeten Zahlen beeinflussen kann. Für die Planung von Präventions- und Therapieangeboten ist es wichtig, diese regionalen Unterschiede mitzudenken: Während in Städten niedrigschwellige, anonyme Angebote stark nachgefragt sein können, braucht es in ländlichen Regionen oft Lösungen, die Anfahrtswege, Diskretionsbedürfnisse und vorhandene Strukturen im Gesundheitswesen berücksichtigen. Nationale Statistiken gewinnen somit an Aussagekraft, wenn sie mit regionalen Kontextinformationen kombiniert werden.
Der Weg nach vorn: Prävention und Forschung
Die Regulierung und Prävention von Cannabisbedingten Problemen steht im Zentrum der Schweizer Gesundheitspolitik. Forschungsprojekte und Monitoring-Programme tragen zur Sammlung und Analyse von Daten bei, die für wirksame politische Massnahmen essenziell sind. Die Evidenz-basierte Gestaltung solcher Programme hat oberste Priorität, um die Wirksamkeit der Massnahmen zu garantieren.
- Ziele zukünftiger Forschung: Eine genauere Differenzierung nach Konsummustern.
- Förderung der öffentlichen Aufklärung bezüglich der Risiken von Cannabiskonsum.
Die in der Liste genannten Ziele verdeutlichen, wie eng Statistik, Prävention und Versorgungsplanung miteinander verknüpft sind. Eine feinere Differenzierung nach Konsummustern erlaubt es, zwischen gelegentlichem Probierkonsum, regelmässigem Gebrauch und problematischem Konsum klar zu unterscheiden. Dies ist wichtig, um Risikogruppen besser zu identifizieren und Angebote passgenau zuzuschneiden. Gleichzeitig bleiben Aufklärungsangebote ein zentrales Element der Schweizer Suchtpolitik: Sie sollen Wissen über Risiken vermitteln, ohne zu dramatisieren, und selbstbestimmte Entscheidungen unterstützen. In Schulen, Betrieben, Hochschulen und in der offenen Jugendarbeit können so realistische Informationen angeboten werden, die sich an der Lebenswelt der Zielgruppen orientieren. Forschungsprojekte zu Wirksamkeit und Reichweite dieser Massnahmen tragen dazu bei, erfolgreiche Ansätze zu stärken und weniger wirksame zu überarbeiten. Auf diese Weise werden Cannabis-Statistiken nicht nur dokumentiert, sondern aktiv genutzt, um die öffentliche Gesundheit langfristig zu fördern.
Zusammenfassung
Die Cannabis-Statistiken der Schweiz offenbaren vielschichtige Konsummuster, die auf Alter, Geschlecht und geografische Lage variieren. Diese Daten sind nicht nur statische Zahlen, sondern wesentliche Indikatoren für den Bedarf an gezielten präventiven und therapeutischen Massnahmen. Eine effektive öffentliche Gesundheitsstrategie zur Minderung der mit Cannabiskonsum verbundenen Risiken ist von entscheidender Bedeutung, um die Gesundheit der Bevölkerung langfristig zu gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Cannabis in der Schweiz weit verbreitet ist, ohne dass die Mehrheit der Konsumierenden zwingend problematische Muster entwickelt. Dennoch zeigt der Anteil mit riskantem oder beeinträchtigendem Konsum, dass abgestufte Hilfsangebote unerlässlich sind. Demografische und regionale Unterschiede unterstreichen die Notwendigkeit, Massnahmen differenziert zu planen und spezifische Lebenslagen zu berücksichtigen. Die aktuelle Datenlage weist weder auf einen abrupten Anstieg noch auf ein rasches Verschwinden des Cannabiskonsums hin, sondern auf eine stabile, gesellschaftlich eingebettete Realität. Für die Zukunft ist entscheidend, dass Monitoring, Forschung und Praxis eng zusammenspielen: Nur so können politische Entscheide, Präventionskampagnen und therapeutische Ansätze laufend an neue Erkenntnisse angepasst werden – mit dem Ziel, Risiken zu reduzieren und Betroffene wirksam zu unterstützen.
| Kategorie | Zahlen |
|---|---|
| Einmaliger Cannabiskonsum im Leben | Ein Drittel der Bevölkerung |
| Aktueller Konsum (letzter Monat) | 4 % der Bevölkerung |
| Problematischer Konsum | 1 % der Bevölkerung |
Die tabellarische Übersicht fasst zentrale Kennzahlen zum Cannabiskonsum in der Schweiz zusammen und macht deutlich, wie gross der Unterschied zwischen einmaligem Kontakt und problematischem Konsum ist. Während etwa ein Drittel der Bevölkerung im Laufe des Lebens mindestens einmal Cannabis ausprobiert, ist der Anteil mit aktuellem Konsum deutlich geringer und der Anteil mit problematischem Konsum nochmals klar tiefer. Für Fachpersonen ist diese Staffelung wichtig, um Risiken angemessen zu kommunizieren und Ressourcen priorisiert einzusetzen. Präventionsangebote können breit an Personen mit gelegentlichem oder potenziellem Konsum adressiert werden, während therapeutische und beratende Settings stärker auf die kleinere Gruppe mit manifesten Schwierigkeiten fokussieren. Für Betroffene und Angehörige bietet die Tabelle eine erste Orientierung, wie häufig verschiedene Konsumformen in der Bevölkerung vorkommen und in welchem Rahmen unterschiedliche Unterstützungsangebote sinnvoll sind.
Für weiterführende Informationen zur Cannabis-Therapie in der Schweiz besuchen Sie bitte: Cannabis Therapie. Dort finden Sie ergänzende Hinweise zu medizinischen Einsatzgebieten, rechtlichen Voraussetzungen und praktischen Abläufen rund um die Verordnung und Anwendung von medizinischem Cannabis.
Häufig gestellte Fragen
Wie verbreitet ist Cannabiskonsum in der Schweiz aktuell?
Aktuelle Schweizer Erhebungen zeigen, dass rund ein Drittel der Bevölkerung im Laufe des Lebens mindestens einmal Cannabis konsumiert hat. Betrachtet man jedoch den Konsum innerhalb des letzten Jahres oder des letzten Monats, sind die Anteile deutlich tiefer. Für das Jahr 2022 wird geschätzt, dass 7.6 % der 15- bis 64-Jährigen innerhalb von zwölf Monaten Cannabis konsumiert haben, während etwa 4 % in den letzten 30 Tagen konsumierten. Diese Abstufung macht sichtbar, dass zwar viele Menschen im Laufe ihres Lebens mit Cannabis in Berührung kommen, ein regelmässiger oder häufiger Konsum aber auf eine kleinere Gruppe begrenzt bleibt. Für die Einschätzung des individuellen Risikos ist deshalb nicht nur die Frage „jemals konsumiert“ relevant, sondern auch, wie häufig und mit welcher Zielsetzung konsumiert wird.
Was gilt in der Schweiz als problematischer Cannabiskonsum?
Von problematischem Cannabiskonsum wird in der Schweiz gesprochen, wenn der Gebrauch mit deutlichen Beeinträchtigungen im Alltag verbunden ist. Dazu zählen zum Beispiel anhaltende Konzentrationsschwierigkeiten, Konflikte im sozialen Umfeld, Vernachlässigung von Schule, Ausbildung oder Beruf sowie ein Gefühl von Kontrollverlust über die Konsummenge. In Befragungen gab etwa 1 % der Bevölkerung einen solchen problematischen Konsum an. Diese Angabe beschreibt nicht nur hohe Konsumfrequenzen, sondern auch subjektive Belastungen, etwa wenn ohne Cannabis kaum mehr Entspannung möglich erscheint. Welche Unterstützung sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Schweregrad ab: Bei manchen genügt eine kurze Beratung und Reflexion des Konsummusters, bei anderen kann eine strukturierte ambulante Therapie angezeigt sein. Wichtig ist, dass Betroffene frühzeitig Zugang zu qualifizierter Hilfe erhalten.
Warum ist der Cannabiskonsum bei jungen Erwachsenen besonders hoch?
Die höchsten Konsumraten finden sich in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen. In dieser Lebensphase sind Entwicklungen wie Ablösung vom Elternhaus, Einstieg in Ausbildung oder Studium und eine stärkere Orientierung an Gleichaltrigen prägend. Experimentierverhalten, etwa mit Alkohol oder Cannabis, kann in diesem Kontext eher auftreten. Hinzu kommt, dass Freizeitaktivitäten, Partykultur und soziale Medien den Kontakt mit Cannabis begünstigen können. Die Mehrheit der jungen Menschen entwickelt dennoch keinen langfristig problematischen Konsum. Aus gesundheitlicher Sicht ist diese Phase dennoch besonders sensibel, weil sich das Gehirn noch in Entwicklung befindet und weil schulische oder berufliche Weichen gestellt werden. Präventionsangebote richten sich deshalb gezielt an Schulen, Lehrbetriebe und Jugendangebote, um frühzeitig über Risiken, Konsumregeln und Unterstützungswege zu informieren.
Welche Rolle spielen Städte wie Genf und Lausanne in der Cannabis-Statistik?
In der Schweizer Cannabis-Statistik fallen einige grössere Städte durch höhere Konsumraten pro Kopf auf. Genf und Lausanne werden in Studien häufig als Beispiele für urbane Zentren mit ausgeprägterer Cannabiskultur genannt. In Städten ist das kulturelle Angebot dichter, Szenen sind vielfältiger und der Zugang zu Substanzen kann einfacher sein. Ausserdem fühlen sich manche Konsumierende in anonymen, städtischen Umfeldern weniger beobachtet. Gleichzeitig stehen in urbanen Regionen oft mehr spezialisierte Suchtangebote, Beratungsstellen und ärztliche Fachpersonen zur Verfügung, an die sich Betroffene wenden können. Für die Interpretation der Statistik ist deshalb entscheidend, regionale Unterschiede nicht isoliert zu betrachten, sondern gemeinsam mit der jeweiligen Versorgungslandschaft und den sozialen Rahmenbedingungen zu analysieren.
Welche Therapieformen gibt es für Menschen mit Cannabisproblemen?
Menschen mit Cannabisproblemen stehen in der Schweiz verschiedene Therapie- und Beratungsangebote zur Verfügung. Dazu zählen niederschwellige Beratungsstellen, hausärztliche oder psychiatrische Praxen sowie spezialisierte Suchtambulatorien. Häufig kommen motivierende Gesprächsführung, kognitive Verhaltenstherapie und verhaltenstherapeutische Gruppenangebote zum Einsatz. Ziele können eine Reduktion des Konsums, eine zeitweise Abstinenz oder eine längerfristige Konsumfreiheit sein, je nach individueller Situation. Für Jugendliche existieren spezifische Programme, die Familie, Schule oder Lehrbetrieb einbeziehen. Zentral ist, dass Betroffene freiwillig teilnehmen können und die Angebote vertraulich sind. Wer sich unsicher ist, ob der eigene Konsum problematisch ist, kann zunächst ein anonymes Informations- oder Beratungsgespräch nutzen, um die persönliche Situation einzuordnen.
Quellen
- Bundesamt für Gesundheit BAG – Zahlen und Fakten zu Cannabis in der Schweiz – Offizielle Kennzahlen zu Verbreitung, Konsummustern und gesundheitlichen Aspekten.
- Bundesamt für Statistik BFS – Schweizerische Gesundheitsbefragung – Datengrundlage zu Substanzkonsum, inklusive Cannabis, nach Alter und Geschlecht.
- Suchtmonitoring Schweiz – Cannabis – Vertiefende Analysen zu Trends, Risikogruppen und regionalen Unterschieden beim Cannabiskonsum.