Cannabis bei Spastik und MS-Symptomen in der Schweiz
<h2>Zusammenfassung: Medizinisches Cannabis bei Spastik und MS</h2><p>Medizinisches Cannabis kann für ausgewählte Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose eine therapeutische Option sein – insbesondere, wenn Spastik, Muskelkrämpfe oder begleitende Schmerzen trotz Standardtherapien ungenügend kontrolliert sind. Die Evidenz aus randomisierten Studien und Metaanalysen zeigt ein konsistentes, wenn auch insgesamt moderates Potenzial zur Linderung von Spastik-assoziierten Beschwerden. Etwa die Hälfte der Behandelten gilt in Studien als Responder; schwerwiegende Nebenwirkungen sind selten, leichte unerwünschte Effekte jedoch häufig und erfordern eine langsame Eindosierung sowie ärztliche Begleitung. Für andere MS-Symptome wie neuropathische Schmerzen, Blasenstörungen oder Schlafprobleme bestehen Hinweise auf Nutzen, die Datenlage ist allerdings heterogener. Ein Einfluss auf das Fortschreiten der MS konnte in klinischen Studien bisher nicht gezeigt werden, auch wenn tierexperimentelle Arbeiten neuroprotektive Effekte nahelegen. In der Schweiz bleibt die Verordnung THC-haltiger Präparate rechtlich streng reguliert und wirtschaftlich herausfordernd, da eine Kostenerstattung durch die obligatorische Krankenversicherung individuell beantragt werden muss. Eine strukturierte, ärztlich überwachte Therapie mit klar definiertem Therapieziel, dokumentiertem Nutzen und regelmässiger Reevaluation ist deshalb zentral.</p>
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