Cannabis in den Wechseljahren: Chancen, Grenzen und sichere Anwendung
Medizinisches Cannabis wird von Frauen in der Peri- und Postmenopause zunehmend als mögliche Option zur Linderung von Beschwerden wie Schlafstörungen, Angstzuständen, Schmerzen oder Stimmungsschwankungen genutzt. Beobachtungsstudien aus Nordamerika zeigen, dass ein relevanter Anteil von Frauen bereits Cannabis konsumiert, um Wechseljahresbeschwerden zu beeinflussen. Allerdings handelt es sich überwiegend um Selbstauskünfte und Anwendungsbeobachtungen, nicht um randomisierte, kontrollierte Studien. Belastbare Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten speziell für die Menopause fehlen bislang. Die biologischen Zusammenhänge zwischen Endocannabinoid-System und Hormonhaushalt machen den therapeutischen Ansatz plausibel, ersetzen aber keine klinische Evidenz. Deshalb ist eine vorsichtige, individuell abgestimmte ärztliche Beurteilung entscheidend. In der Schweiz ist medizinisches Cannabis rechtlich klar geregelt und kann bei bestimmten Indikationen im Rahmen einer ärztlich begleiteten Therapie eingesetzt werden. Für Frauen, die keine Hormontherapie wünschen oder nicht erhalten dürfen, kann eine strukturierte, medizinisch überwachte Cannabis-Therapie ein ergänzender Baustein sein. Wichtig bleibt ein realistischer Erwartungshorizont, die sorgfältige Abklärung von Risiken und Wechselwirkungen sowie eine regelmässige Verlaufskontrolle.
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