Medizinischer Cannabis bei chronischen Schulterschmerzen
Chronische Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten muskuloskelettalen Beschwerden und führen oft zu erheblichen Einschränkungen im Alltag, im Beruf und im Schlaf. Viele Betroffene haben bereits verschiedene Medikamente, Physiotherapie oder auch invasive Verfahren ausprobiert, ohne eine zufriedenstellende Linderung zu erreichen. In dieser Situation wird medizinischer Cannabis zunehmend als mögliche ergänzende Therapie diskutiert. Die aktuelle Studienlage zeigt, dass Cannabinoide wie THC und CBD bei bestimmten chronischen Schmerzformen – vor allem bei Nervenschmerzen – einen moderaten Nutzen haben können. Für klassische Schulterschmerzen, die meist auf Verschleiss, Sehnenverletzungen oder Gelenkentzündungen zurückgehen, ist die Evidenz jedoch begrenzt und die Wirksamkeit nicht abschliessend belegt. Gleichzeitig sind Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel oder kognitive Beeinträchtigungen zu berücksichtigen. In der Schweiz ist medizinischer Cannabis rechtlich zugelassen, wenn etablierte Therapien unzureichend wirken und eine schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensqualität vorliegt. Eine Cannabis-Therapie sollte daher immer individuell, realistisch und im Rahmen eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts geplant werden, das körperliche Aktivierung, schmerzpsychologische Strategien und eine strukturierte ärztliche Begleitung einschliesst.
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