Cannabigerol (CBG): Wirkung, Anwendung und Rolle in der medizinischen Cannabis-Therapie
Cannabigerol (CBG) ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das in der Cannabispflanze als Vorläufer von THC, CBD und weiteren Cannabinoiden entsteht. Es kommt in der reifen Pflanze meist nur in geringen Mengen vor, weshalb es lange im Schatten von CBD und THC stand. Zunehmend zeigen präklinische Daten jedoch, dass CBG potenziell entzündungshemmende, neuroprotektive, antibakterielle und appetitanregende Effekte entfalten könnte. Erste Untersuchungen diskutieren mögliche Einsatzgebiete bei entzündlichen Darmerkrankungen, chronischen Schmerzen, Hauterkrankungen, Glaukom oder neurodegenerativen Erkrankungen – ohne dass sich daraus bereits standardisierte medizinische Anwendungen ableiten lassen. Für die moderne medizinische Cannabis-Therapie in der Schweiz ist weniger das isolierte Cannabinoid entscheidend, sondern das individuell abgestimmte Gesamtkonzept: ärztliche Indikationsstellung, Auswahl geeigneter Präparate, Dosistitration und kontinuierliche Verlaufskontrolle. In diesem Rahmen kann CBG – meist in Kombination mit anderen Cannabinoiden – eine ergänzende Rolle spielen. Wichtig ist dabei eine realistische Erwartungshaltung: CBG ist kein Wundermittel, sondern ein interessanter, aber noch unvollständig erforschter Baustein innerhalb des Endocannabinoid-Systems. Patientinnen und Patienten sollten CBG immer als Teil einer ärztlich begleiteten Therapie und nicht als eigenständige Selbstbehandlung verstehen.
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