Cannabis bei ADHS/ADD: Therapie, Chancen und Risiken
Cannabis kann bei einzelnen Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit- bzw. Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADD/ADHS) bestimmte Symptome subjektiv lindern, insbesondere Unruhe, Schlafstörungen oder emotionale Anspannung. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch begrenzt, heterogen und erlaubt heute keine generelle Empfehlung von Cannabis als Standardtherapie bei ADD/ADHS. Leitlinien sehen weiterhin stimulierende Medikamente (z. B. Methylphenidat), nicht-stimulierende Präparate, Psychotherapie und psychosoziale Massnahmen als Behandlungsbasis. Menschen mit ADHS haben ein deutlich erhöhtes Risiko, einen problematischen Cannabiskonsum oder eine Cannabisabhängigkeit zu entwickeln. Dies hängt unter anderem mit erhöhter Impulsivität, Sensationssuche und Besonderheiten im Belohnungssystem des Gehirns zusammen. Früher, regelmässiger Konsum kann Symptome langfristig verschlechtern, die kognitive Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und andere psychische Störungen begünstigen. Eine allfällige Therapie mit medizinischem Cannabis sollte daher nur bei erwachsenen Patientinnen und Patienten, nach sorgfältiger Diagnostik, unter fachärztlicher Aufsicht und im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzepts erfolgen. Digitale Versorgungslösungen wie Evidena können helfen, ärztliche Betreuung, Cannabis-Therapie, Rezeptabwicklung und Apothekenanbindung strukturiert und transparent zu koordinieren. Sie ersetzen jedoch keine persönliche ärztliche Beurteilung und treffen keine Therapieentscheidungen anstelle der behandelnden Fachpersonen.
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