Cannabis bei Post-Covid-Muskelschmerzen: Chancen und Grenzen
Cannabis-basierte Medikamente können bei bestimmten schweren chronischen Schmerzen eine Option sein, wenn etablierte Therapien nicht ausreichend helfen. Für muskuloskelettale Schmerzen im Rahmen von Post-Covid bzw. Long Covid ist die Studienlage jedoch noch sehr begrenzt und widersprüchlich. Systematische Übersichtsarbeiten, unter anderem der Cochrane Collaboration, zeigen aktuell keinen klaren, verlässlich belegten Vorteil von THC- oder CBD-haltigen Präparaten gegenüber Placebo bei chronischen Nervenschmerzen – und die Evidenz zu Post-Covid-Muskelschmerzen ist noch dünner. Gleichzeitig berichten einzelne Betroffene und kleinere Studien von subjektiven Verbesserungen, etwa bei Schlaf, Schmerzempfinden und Erschöpfbarkeit. Wichtig ist daher eine nüchterne, medizinisch fundierte Einordnung: Cannabis ist kein Wundermittel, kann aber im Rahmen eines multimodalen Behandlungskonzepts für ausgewählte Patientinnen und Patienten ein zusätzlicher Baustein sein. Entscheidend sind eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung, eine vorsichtige Dosistitration, die Beachtung möglicher Neben- und Wechselwirkungen sowie eine kontinuierliche ärztliche Begleitung. Digitale Versorgungsangebote wie Evidena können hier helfen, Aufklärung, Therapieplanung und die Zusammenarbeit mit Apotheken strukturiert und rechtssicher zu organisieren.
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