Cannabis und Erektionsprobleme: Was die Forschung sagt
Erektile Dysfunktion (ED) ist häufig und nimmt mit dem Alter zu. Parallel dazu steigt in vielen Ländern die Verfügbarkeit von Cannabis – sowohl im Freizeitkontext wie auch als medizinische Therapie. Die verfügbare Evidenz zeigt ein differenziertes Bild: Meta-Analysen deuten darauf hin, dass Männer mit regelmässigem Cannabiskonsum häufiger von Erektionsstörungen berichten als Nichtkonsumenten. Gleichzeitig finden sich in anderen Studien Hinweise, dass moderater Konsum mit einem günstigeren Körpergewicht, einem besseren Lipidprofil und teilweise besseren Durchblutungsparametern des Penis einhergehen kann. Für Betroffene ist entscheidend zu verstehen, dass nicht Cannabis allein über eine gute oder schlechte Erektion entscheidet. Alter, Herz-Kreislauf-Gesundheit, psychische Faktoren, Medikamente, Alkohol, Rauchen und andere Erkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenstörungen spielen eine grosse Rolle. Cannabis wirkt zusätzlich über das Endocannabinoid-System auf Hirnzentren, Hormone und Gefässe – und kann je nach Dosis, Häufigkeit, Konsumform und persönlicher Veranlagung eher förderlich oder eher hinderlich sein. Eine pauschale Empfehlung „für“ oder „gegen“ Cannabis bei ED lässt sich aus heutiger Sicht nicht ableiten. Wichtig ist eine individuelle, ärztlich begleitete Beurteilung, insbesondere wenn Cannabis als medizinische Behandlung eingesetzt wird.
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