Cannabis Nebenwirkungen: Was Sie wissen sollten
Medizinisches Cannabis findet in der Schweiz zunehmend Anwendung als ergänzende Therapieoption bei verschiedenen Erkrankungen. Wie alle pharmakologisch aktiven Substanzen ist es jedoch mit einem Nebenwirkungsprofil verbunden, das Patienten und behandelnde Ärzte kennen sollten.
Medizinisches Cannabis enthält pharmakologisch aktive Substanzen – vor allem Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) – die nicht nur therapeutische, sondern auch unerwünschte Wirkungen entfalten können. Eine fundierte Aufklärung ist Voraussetzung für eine sichere Anwendung.
Häufige Nebenwirkungen
Zu den häufig beschriebenen Nebenwirkungen zählen: Schwindel und Benommenheit, Mundtrockenheit, Müdigkeit und Sedierung, vorübergehende Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie bei THC-reichen Präparaten auch Stimmungsveränderungen, Euphorie oder Angst. Die meisten Effekte sind dosisabhängig und bei Absetzen reversibel.
Schwerwiegende und seltene Nebenwirkungen
Bei langfristiger, hochdosierter Anwendung können psychiatrische Nebenwirkungen auftreten, insbesondere bei Personen mit einer familiären oder persönlichen Vorbelastung für Psychosen. Cannabis-Hyperemesis-Syndrom (CHS) ist eine seltene, aber charakteristische Nebenwirkung bei chronischem Gebrauch. Bei der Inhalation können Atemwegsreizungen entstehen.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Cannabinoide werden über das Cytochrom-P450-System metabolisiert und können die Wirkung anderer Medikamente beeinflussen. Besondere Vorsicht ist bei Antikoagulanzien, Benzodiazepinen und bestimmten Antidepressiva geboten. Eine vollständige Medikamentenanamnese ist vor der Verordnung unerlässlich.
Kontraindikationen
Medizinisches Cannabis ist kontraindiziert bei Persönlichkeits- oder psychotischen Störungen in der Vorgeschichte, schwerer Herz-Kreislauf-Erkrankung sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit. Kinder und Jugendliche sollten nur in Ausnahmefällen und unter strenger Überwachung behandelt werden.
Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zu Cannabis Nebenwirkungen
Was tun bei einer Panikattacke durch Cannabis?
Ruhige Umgebung aufsuchen, hinlegen, tief atmen. Wasser trinken. Der Effekt klingt ab – kein THC ist dauerhaft. Im Notfall: Notruf 144.
Ist CBD wirklich nebenwirkungsfrei?
Nein, aber sehr gut verträglich. Müdigkeit, Verdauungsprobleme und Wechselwirkungen mit Medikamenten sind die relevantesten Nebenwirkungen.
Macht Cannabis dumm?
Intensiver früher Konsum ist mit kognitiven Auffälligkeiten assoziiert. Gelegentlicher Konsum im Erwachsenenalter zeigt in Studien keine dauerhaften kognitiven Einbussen.