Cannabis Inhaltsstoffe: Cannabinoide, Terpene und Flavonoide erklärt
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Cannabis chemische Zusammensetzung – Was steckt in der Pflanze?
Cannabis ist eine biochemisch ausserordentlich komplexe Pflanze. Mit über 500 identifizierten chemischen Verbindungen – darunter 100+ Cannabinoide, 200+ Terpene und zahlreiche Flavonoide – ist Cannabis ein wahres Naturlabor. Ein wissenschaftlicher Überblick.
Cannabinoide: Die Hauptwirkstoffe
Cannabinoide sind Verbindungen, die mit dem Endocannabinoid-System des Körpers interagieren. Die wichtigsten: THC (Tetrahydrocannabinol): psychoaktiv, analgetisch, antiemetisch. CBD (Cannabidiol): nicht-psychoaktiv, entzündungshemmend, anxiolytisch. CBN (Cannabinol): entsteht beim THC-Abbau, sedierend. CBG (Cannabigerol): Vorläufer vieler Cannabinoide, antibakteriell. THCV: appetitzugelnd, möglicherweise neuroprotektiv. CBC (Cannabichromene): entzündungshemmend, möglicherweise antidepressiv.
Terpene: Aroma und Wirkungsmodulation
Cannabis enthält über 200 Terpene. Diese sekundären Pflanzenstoffe prägen nicht nur das Aroma, sondern modulieren auch die Wirkung der Cannabinoide (Entourage-Effekt). Hauptterpene: Myrcen, Limonen, Linalool, Caryophyllen, Pinene, Humulen, Terpinolen.
Flavonoide: Die unterschätzte Klasse
Flavonoide sind Pigmente und Antioxidantien. Cannabis-spezifische Flavonoide (Cannaflavin A und B) haben in Studien ausgeprägte entzündungshemmende Eigenschaften gezeigt – angeblich stärker als Aspirin. Weitere Flavonoide im Cannabis: Quercetin, Kaempferol, Apigenin – alle bekannt für Antioxidans- und immunmodulierende Wirkungen.
Sonstige Verbindungen
Cannabis enthält ausserdem: Fettsäuren (Omega-3, Omega-6 besonders im Samen), Aminosäuren und Proteine (Hanfsamen), Vitamin E, Magnesium, Kalzium, Spurenelemente, Chlorophyll (beim Frischsaft oder Roh-Konsum).
Häufige Fragen zur Chemie von Cannabis
Was unterscheidet Cannabis chemisch von Industriehanf?
Hauptsächlich der THC-Gehalt. Industriehanf hat unter 1 % THC, Medizinalcannabis kann 10–25 % THC enthalten. Terpenprofil und CBD-Gehalt können sich ebenfalls stark unterscheiden.
Entstehen neue Cannabinoide beim Erhitzen?
Ja. THCA (Thcsäure) in der rohen Pflanze ist nicht psychoaktiv. Durch Hitze (Decarboxylierung) wird es zu THC. Dies geschieht beim Rauchen, Vaporisieren oder backen.
Warum wirkt Full-Spectrum-Extrakt anders als reines THC?
Der Entourage-Effekt: die Summe aller Pflanzenstoffe wirkt synergistisch anders als ein einzelner Wirkstoff. Das erklärt, warum synthetisches THC (Marinol) andere Wirkungen als natürliches Cannabis zeigt.
Fazit
Cannabis ist chemisch gesehen eine der faszinierendsten Pflanzen der Welt. Das tiefere Verständnis ihrer Zusammensetzung hilft, Produkte bewusster auszuwählen und den Entourage-Effekt gezielt zu nutzen.
Häufig gestellte Fragen
Häufige Fragen zur Cannabis Chemie
Wie viele Cannabinoide gibt es in Cannabis?
Über 100 verschiedene Cannabinoide wurden bislang identifiziert. Die bekanntesten und bestuntersuchten sind THC und CBD.
Was ist der Unterschied zwischen THC und CBD?
THC bindet direkt an CB1-Rezeptoren im Gehirn und wirkt psychoaktiv. CBD bindet kaum direkt an CB-Rezeptoren, moduliert das ECS auf anderen Wegen und wirkt nicht psychoaktiv.
Was ist der Entourage-Effekt?
Die Hypothese, dass das Zusammenspiel verschiedener Cannabinoide und Terpene stärker wirkt als isolierte Einzelsubstanzen. Wissenschaftlich plausibel, aber noch nicht vollständig bewiesen.
Was ist Decarboxylierung?
Die chemische Reaktion, bei der durch Hitze die Säureform (THCA) in die aktive Form (THC) umgewandelt wird. Ohne Decarboxylierung ist Cannabis kaum psychoaktiv.