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Cannabis Online-Sprechstunde in der Schweiz

11 Min. Lesezeit

Medizinische Cannabis-Therapie lässt sich heute in der Schweiz rechtssicher, strukturiert und digital unterstützt begleiten – von der ersten ärztlichen Einschätzung bis zur Rezeptabwicklung mit Apotheken. Eine Cannabis Online-Sprechstunde kann dabei ein Baustein in einem umfassenden Versorgungsweg sein. - Verständliche ärztliche Beratung zu Chancen und Grenzen der Cannabis-Therapie - Strukturierter, digital unterstützter Ablauf von Anamnese bis Rezept - Besserer Zugang zu spezialisierten Ärztinnen, Ärzten und Partner-Apotheken

Die medizinische Versorgung mit Cannabis hat sich in der Schweiz seit 2022 grundlegend verändert. Ärztinnen und Ärzte können cannabinoidhaltige Arzneimittel heute ohne spezielle Ausnahmebewilligung verschreiben – vorausgesetzt, es liegt eine medizinisch begründete Indikation vor und andere Behandlungen waren unzureichend. Parallel dazu hat sich die digitale Gesundheitsversorgung stark weiterentwickelt: Online-Sprechstunden, strukturierte Fragebögen und Patientenportale erleichtern den Zugang zu spezialisierten Fachpersonen.

Eine Cannabis Online-Sprechstunde verbindet diese Entwicklungen: Sie ermöglicht ärztliche Beratung, Therapieplanung und laufende Begleitung, ohne dass jede Konsultation zwingend vor Ort stattfinden muss. Gleichzeitig bleibt die Behandlung eingebettet in ein reguliertes Versorgungssystem mit Apotheken, Qualitätskontrollen und rechtlichen Vorgaben.

Einordnung: Was eine Cannabis Online-Sprechstunde leisten kann – und was nicht

Eine Cannabis Online-Sprechstunde ist kein schneller „Abkürzungsweg“ zu einem Rezept, sondern eine Form der medizinischen Betreuung mit digitalen Mitteln. Im Zentrum steht die Frage, ob eine Cannabis-Therapie bei einer bestehenden Erkrankung sinnvoll, sicher und verhältnismässig eingesetzt werden kann. Typische Situationen sind chronische Schmerzen, neurologische Beschwerden, Spastik oder therapieresistente Schlafstörungen, bei denen bisherige Behandlungsversuche nicht ausreichend geholfen haben.

Online-Sprechstunden ermöglichen es, diese Fragestellungen strukturiert und ortsunabhängig zu besprechen. Anamnese, Sichtung von Vorbefunden, Medikamentenliste und bisherige Therapien lassen sich gut per Video oder Telefon erfassen. Wo nötig – etwa bei unklaren Diagnosen oder komplexen körperlichen Befunden – bleibt jedoch eine Untersuchung vor Ort wichtig. Seriöse Angebote kombinieren deshalb digitale und klassische Elemente und legen offen, welche Schritte online möglich sind und wann ein Praxisbesuch erforderlich wird.

Rechtlicher Rahmen der Cannabis-Therapie in der Schweiz

Seit dem 1. August 2022 dürfen alle Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz medizinisches Cannabis verschreiben, ohne dass eine Einzelausnahmebewilligung von Swissmedic notwendig ist. Gleichzeitig bleibt Cannabis als Betäubungsmittel streng reguliert: Verschreibungen erfolgen auf speziellen Rezeptformularen, die Dosierung wird individuell festgelegt und die Therapie muss medizinisch begründet sein. In der Regel kommen Cannabis-Therapien erst in Betracht, wenn etablierte Standardbehandlungen nicht ausreichend wirksam waren oder nicht vertragen wurden. Telemedizinische Angebote dürfen diesen Rahmen nicht umgehen, sondern müssen ihn transparent abbilden – inklusive Dokumentation, Verlaufskontrolle und Zusammenarbeit mit Apotheken.

Der Ablauf einer Cannabis Online-Sprechstunde – von der Anfrage bis zur Verlaufskontrolle

Unabhängig vom Anbieter folgen seriöse digitale Angebote für Cannabis-Therapie einem nachvollziehbaren Ablauf. Dieser soll sicherstellen, dass Indikation, Nutzen-Risiko-Abwägung und rechtlicher Rahmen sorgfältig berücksichtigt werden. Eine Online-Sprechstunde ist dabei ein Baustein in einem mehrstufigen Prozess.

1. Medizinischer Online-Fragebogen und Vorab-Sichtung

Der Einstieg erfolgt häufig über einen strukturierten Fragebogen. Patientinnen und Patienten geben unter anderem an:

  • Welche Beschwerden seit wann bestehen (z. B. chronische Schmerzen, Schlafprobleme, neurologische Symptome)
  • Welche Diagnosen bereits gestellt wurden und welche Befunde vorliegen
  • Welche Medikamente aktuell eingenommen werden (inklusive Dosierungen)
  • Welche Behandlungen bisher versucht wurden und wie gut diese gewirkt haben
  • Ob Begleiterkrankungen bestehen, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychische Erkrankungen

Dieser erste Schritt ersetzt keine ärztliche Konsultation, hilft aber dabei, die Ausgangssituation zu strukturieren. Die Angaben dienen dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin als Grundlage, um die Relevanz einer Cannabis-Therapie einzuschätzen und offene Fragen für das Gespräch vorzubereiten. Idealerweise werden auch Vorbefunde (Arztberichte, Laborresultate, Bildgebung) digital hochgeladen, damit Doppeluntersuchungen vermieden werden. So lässt sich bereits vor dem eigentlichen Termin klären, ob eine Spezialsituation vorliegt, in der zuerst andere Fachdisziplinen einbezogen werden sollten oder ob bestimmte Kontraindikationen gegen eine Cannabis-Therapie sprechen.

2. Ärztliches Erstgespräch: Chancen, Grenzen und Alternativen

Im ärztlichen Erstgespräch – online per Video oder in einer Praxis vor Ort – steht die individuelle Situation der Patientin oder des Patienten im Vordergrund. Typischerweise umfasst dieses Gespräch:

  • Detaillierte Anamnese zu Beschwerden, Verlauf und bisherigen Behandlungen
  • Durchsicht der eingereichten Unterlagen und Klärung offener Fragen
  • Besprechung möglicher Therapieziele (z. B. weniger Schmerzspitzen, bessere Schlafqualität)
  • Erklärung der Wirkmechanismen von THC und CBD sowie relevanter Nebenwirkungen
  • Abwägung, ob eine Cannabis-Therapie unter den gegebenen Umständen verantwortbar ist

Im Erstgespräch soll verständlich werden, was eine Cannabis-Therapie realistisch leisten kann – und was nicht. Eine vollständige Symptomfreiheit ist selten ein realistisches Ziel. Vielmehr geht es häufig darum, Alltagsbelastung zu reduzieren, Schlaf zu stabilisieren oder die Einnahme anderer Medikamente (zum Beispiel bestimmter Schmerzmittel) zu entlasten, sofern medizinisch vertretbar. Ärztinnen und Ärzte besprechen in diesem Rahmen auch Alternativen, etwa Anpassungen bestehender Therapien, nicht-medikamentöse Verfahren oder weitere Abklärungen. Wenn keine medizinische Indikation für Cannabis besteht oder Risiken überwiegen, wird dies transparent kommuniziert.

Ablauf von der ärztlichen Einschätzung bis zum Cannabis-Rezept in der Schweiz

3. Therapieplanung: Präparate, Dosierung und Sicherheitsaspekte

Wenn sich nach sorgfältiger Abwägung ein nachvollziehbarer Nutzen erwarten lässt, kann eine Therapie mit medizinischem Cannabis geplant werden. Wichtige Entscheidungen betreffen:

  • Auswahl der Darreichungsform (z. B. Öl, Kapseln, in Einzelfällen Blüten)
  • Startdosierung und schrittweise Titration („start low, go slow“)
  • Begleitmedikation, die angepasst oder weiterhin eingenommen werden soll
  • Geplante Verlaufskontrollen und Dokumentation der Wirkung

Die Dosierung richtet sich nach Beschwerdebild, Vorerkrankungen, bisherigen Medikamenten und individuellen Faktoren wie Alter, Gewicht und Empfindlichkeit. Seriöse Therapiekonzepte beginnen mit niedrigen Dosen, die langsam gesteigert werden, bis eine akzeptable Balance zwischen Wirkung und Nebenwirkungen erreicht ist. Neben medizinischen Risiken (z. B. mögliche Herzfrequenzsteigerung, Müdigkeit, Beeinflussung der Reaktionsfähigkeit) werden auch rechtliche Aspekte offen angesprochen – insbesondere im Hinblick auf Teilnahme am Strassenverkehr oder Tätigkeiten mit Unfallrisiko.

Schema zur Dosierung und Titration einer medizinischen Cannabis-Therapie

4. Rezeptausstellung und Zusammenarbeit mit Apotheken

Ist die Therapie medizinisch indiziert, kann die Ärztin oder der Arzt ein Rezept für ein geeigneten cannabisbasierten Wirkstoff ausstellen. In der Schweiz erfolgt dies in der Regel auf einem speziellen Betäubungsmittelrezept. Häufig wird das Rezept – mit Einwilligung der Patientin oder des Patienten – direkt an eine Partner-Apotheke übermittelt, die auf die Abgabe von cannabinoidhaltigen Arzneimitteln spezialisiert ist. So lassen sich Verfügbarkeit, Qualität und Lieferzeiten besser koordinieren. Gleichzeitig bleibt es möglich, ein Rezept in einer anderen geeigneten Apotheke einzulösen.

Digitale Plattformen unterstützen diesen Schritt, indem sie die Kommunikationswege zwischen Praxis, Patientin oder Patient und Apotheke strukturieren. Dokumente werden sicher übermittelt, Dosierungsanweisungen sind nachvollziehbar hinterlegt und Rückfragen können zielgerichtet gestellt werden. Damit wird die Online-Sprechstunde Teil eines integrierten Versorgungspfads – sie ersetzt weder ärztliche Verantwortung noch pharmazeutische Kontrolle, sondern bindet beide in einen gemeinsamen digitalen Prozess ein.

5. Telemedizinische Verlaufskontrolle und Nachsorge

Eine Cannabis-Therapie ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Verlauf, der regelmässige Überprüfung erfordert. Telemedizinische Konsultationen sind hierfür besonders geeignet, weil sie ohne lange Anfahrtswege möglich sind und sich gut in den Alltag integrieren lassen. Typische Inhalte solcher Follow-up-Termine sind:

  • Besprechung der Wirksamkeit im Alltag (z. B. Schmerzintensität, Schlafqualität, Funktionsniveau)
  • Erfassung und Bewertung möglicher Nebenwirkungen
  • Überprüfung der Einnahmetreue und Handhabung der Präparate
  • Anpassung von Dosierungen oder Umstellung der Darreichungsform, falls sinnvoll

Die digitale Verlaufsdokumentation – etwa über Tagebücher, Symptomskalen oder strukturierte Fragebögen – unterstützt diese Gespräche. So lässt sich nachvollziehen, ob sich über Wochen und Monate eine stabile Verbesserung zeigt oder ob ein anderer Ansatz erwogen werden sollte. Wo sich kein ausreichender Nutzen ergibt oder Nebenwirkungen überwiegen, wird transparent über ein Aussetzen oder Beenden der Cannabis-Therapie gesprochen.

Cannabis-Therapie im Schweizer Gesundheitssystem: Einordnung, Chancen und Grenzen

Medizinisches Cannabis ist in der Schweiz weder eine „Wunderlösung“ noch eine experimentelle Randerscheinung. Es handelt sich um eine ergänzende Therapieoption, deren Einsatz immer im Kontext des gesamten Behandlungskonzepts betrachtet werden sollte. Für bestimmte Patientengruppen kann sie eine Entlastung bringen, für andere ist sie nicht geeignet oder nicht notwendig.

Aspekt Beschreibung
Rechtliche Grundlage Seit August 2022 können alle Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz medizinisches Cannabis verschreiben, ohne Einzelausnahmebewilligung von Swissmedic.
Therapeutische Anwendung Einsatz vor allem bei chronischen Beschwerden und schweren Erkrankungen, wenn etablierte Therapien nicht ausreichend wirksam oder nicht verträglich waren.
Telemedizinische Elemente Digitale Sprechstunden, strukturierte Fragebögen und Patientenportale erleichtern Zugang, Verlaufskontrolle und Dokumentation.

Diese Einbettung ist entscheidend, um überhöhte Erwartungen zu vermeiden. Medizinisches Cannabis kann Symptome lindern und die Lebensqualität verbessern, ersetzt aber keine Diagnose, keine Grunderkrankungsbehandlung und keine präventiven Massnahmen. Es ist eine Option unter mehreren, die in einem ärztlich geführten Therapieplan mit anderen Bausteinen kombiniert wird – etwa Physiotherapie, psychologische Unterstützung, medikamentöse Standardtherapien oder Lebensstilinterventionen.

Übersicht typischer medizinischer Indikationen für Cannabis in der Schweiz

Medizinisches Cannabis: Grundlagen zu Wirkstoffen, Formen und Anwendung

Um eine Cannabis Online-Sprechstunde einordnen zu können, ist ein Grundverständnis der wichtigsten Wirkstoffe und Anwendungsformen hilfreich. Die im klinischen Alltag relevantesten Cannabinoide sind Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Beide greifen in das körpereigene Endocannabinoid-System ein, wirken aber unterschiedlich stark psychoaktiv und haben unterschiedliche Nebenwirkungsprofile.

Vergleich von THC und CBD in medizinischen Cannabispräparaten

THC, CBD und das Cannabinoid-Spektrum

THC ist für die klassischen psychoaktiven Effekte von Cannabis verantwortlich. In niedrigen, medizinisch kontrollierten Dosen kann es zum Beispiel schmerzlindernd, muskelentspannend oder appetitanregend wirken. In höheren Dosen oder bei entsprechender Veranlagung kann es jedoch auch unerwünschte Effekte wie Angst, Wahrnehmungsveränderungen oder Konzentrationsstörungen auslösen. CBD wirkt kaum psychoaktiv und wird häufig mit dämpfenden, angstlösenden oder entzündungsmodulierenden Effekten in Verbindung gebracht. In medizinischen Präparaten können THC und CBD in unterschiedlichen Verhältnissen kombiniert werden, um Wirkprofil und Verträglichkeit zu beeinflussen.

Grafik zum Cannabinoid-Spektrum und unterschiedlichen Wirkprofilen

Arzneiformen in der medizinischen Praxis

In der Schweiz kommen im medizinischen Kontext vor allem standardisierte Arzneimittel und kontrollierte Cannabisblüten zum Einsatz. Mögliche Formen sind unter anderem:

  • Ölige Zubereitungen (Tropfen) mit definiertem THC- und/oder CBD-Gehalt
  • Kapseln, die eine präzise orale Dosierung ermöglichen
  • In Einzelfällen standardisierte Blüten, die mittels Verdampfer (Vaporizer) inhaliert werden

Die Auswahl hängt von der Indikation, der gewünschten Wirkdauer, individuellen Vorlieben und medizinischen Rahmenbedingungen ab. Ölige Tropfen und Kapseln eignen sich häufig für eine kontinuierliche, gut steuerbare Therapie. Inhalative Formen wirken schneller, haben aber eine kürzere Wirkdauer und stellen höhere Anforderungen an die korrekte Handhabung. In jeder Cannabis Online-Sprechstunde sollte daher genügend Raum bleiben, um die jeweiligen Vor- und Nachteile zu besprechen und eine Form zu wählen, die in den Alltag der Patientin oder des Patienten passt.

Übersicht medizinischer Anwendungsformen von Cannabis

Telemedizin als Zugangskanal: Rolle von Plattformen wie Evidena

Digitale Angebote im Bereich medizinische Cannabis-Therapie unterscheiden sich deutlich in Zielsetzung und Struktur. Während reine Telemedizin-Anbieter vor allem Video-Sprechstunden vermitteln, setzen integrierte Plattformen auf einen umfassenderen Ansatz. Evidena versteht sich als solche integrierte Struktur: nicht als Telemedizin-Anbieter allein, sondern als digitale Infrastruktur rund um medizinische Cannabis-Therapien.

Im Zentrum steht eine neutrale, strukturierte Informations- und Versorgungsplattform, die mehrere Bausteine verbindet:

  • Ärztliche Betreuung (online und vor Ort, je nach Partnerpraxis)
  • Unterstützung bei Indikationsprüfung und Therapieplanung mit medizinischem Cannabis
  • Digitaler Rezept- und Apothekenservice mit angebundenen Partner-Apotheken
  • Patientenplattform für Dokumente, Kommunikation und Nachsorge

Online-Sprechstunden sind innerhalb dieser Struktur ein wichtiger Zugangskanal – aber nicht der alleinige Fokus. Entscheidend ist, dass sämtliche Prozesse von der Indikationsprüfung bis zur Verlaufsbeobachtung in einem klaren Rahmen ablaufen. Patientinnen und Patienten profitieren dadurch von Transparenz: Sie sehen, welche Schritte bereits erfolgt sind, welche Dokumente vorliegen und wann Folgekontakte sinnvoll sind. Für behandelnde Ärztinnen, Ärzte und Apotheken wiederum entsteht ein nachvollziehbarer, dokumentierter Behandlungsverlauf.

Patientenerlebnis: Was eine Cannabis Online-Sprechstunde transparent machen sollte

Für viele Betroffene ist nicht nur die Therapieentscheidung selbst, sondern auch der Weg dorthin entscheidend. Eine gut gestaltete Online-Sprechstunde kann Unsicherheiten reduzieren, wenn Abläufe klar verständlich sind. Besonders hilfreich sind Angebote, die:

  • den gesamten Behandlungsablauf vorab nachvollziehbar erklären
  • realistische Erwartungen an Wirkung und Zeitverlauf einer Cannabis-Therapie formulieren
  • fragenorientierte, verständliche Gesprächsführung fördern
  • Kosten, mögliche Erstattungswege und offene Punkte transparent machen

Gerade bei chronischen Beschwerden haben viele Patientinnen und Patienten bereits lange Wege hinter sich. Eine strukturierte, respektvolle und nicht-druckausübende Kommunikation ist daher zentral. Digitale Tools können hier unterstützen – etwa durch die Möglichkeit, Fragen vorab zu notieren, Unterlagen in Ruhe hochzuladen oder nach dem Gespräch schriftliche Zusammenfassungen einzusehen. Gleichzeitig bleibt der menschliche Faktor entscheidend: Eine Cannabis Online-Sprechstunde sollte immer Raum für individuelle Lebensrealität, Sorgen und Zielsetzungen lassen.

Sicherheit und Datenschutz in der digitalen Cannabis-Therapie

Wo sensible Gesundheitsdaten verarbeitet werden, ist Datenschutz kein Nebenaspekt. Plattformen für Cannabis Online-Sprechstunden müssen sich an die schweizerischen Datenschutzvorgaben halten und technisch-organisatorische Massnahmen umsetzen, die den vertraulichen Umgang mit medizinischen Informationen gewährleisten. Dazu gehören verschlüsselte Datenübertragung, klare Zugriffsrechte, transparente Informationen zur Datennutzung sowie die Möglichkeit, Einwilligungen einzusehen und anzupassen. Für Patientinnen und Patienten ist es sinnvoll, gezielt nach diesen Aspekten zu fragen: Wo werden Daten gespeichert? Wer hat Zugriff? Wie lange werden Informationen aufbewahrt? Seriöse Anbieter beantworten diese Fragen offen und nachvollziehbar – unabhängig davon, ob eine Cannabis-Therapie am Ende umgesetzt wird oder nicht.

Ausblick: Wohin sich Cannabis Online-Sprechstunden in der Schweiz entwickeln können

Die Kombination aus medizinischem Fortschritt, rechtlichem Rahmen und digitaler Infrastruktur macht es wahrscheinlich, dass Cannabis Online-Sprechstunden in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen. Denkbar sind unter anderem:

  • noch stärker standardisierte Dokumentationswege, um Therapieeffekte besser auswertbar zu machen
  • bessere Verzahnung mit anderen Fachdisziplinen, etwa Schmerzmedizin, Neurologie oder Psychiatrie
  • digitale Symptomtagebücher, die Wirkverlauf und Nebenwirkungen in Echtzeit abbilden
  • mehr neutral aufbereitete Informationsangebote für Ärztinnen, Ärzte und Patientinnen, Patienten

Wesentlich wird sein, dass diese Entwicklungen nicht zu einer Banalisierung der Cannabis-Therapie führen. Der Anspruch bleibt, Therapien individuell und wissenschaftlich begründet zu prüfen – unabhängig davon, ob die Konsultation in einer Praxis oder per Video stattfindet. Online-Sprechstunden sind dann besonders wertvoll, wenn sie evidenzbasierte Medizin, rechtliche Klarheit und ein respektvolles Patientenerlebnis miteinander verbinden.

Häufig gestellte Fragen

Häufige Fragen zur Cannabis Online-Sprechstunde

Ersetzt eine Online-Sprechstunde den Besuch in einer Arztpraxis?

Eine Cannabis Online-Sprechstunde kann viele Schritte übernehmen – insbesondere Anamnese, Besprechung von Befunden, Aufklärung und Verlaufskontrolle. Sie ersetzt jedoch nicht in jedem Fall eine körperliche Untersuchung vor Ort. Seriöse Angebote legen offen, in welchen Situationen ein Praxisbesuch notwendig bleibt, etwa bei unklaren Diagnosen, neu aufgetretenen körperlichen Symptomen oder komplexen Begleiterkrankungen. Häufig wird eine Kombination gewählt: Erstabklärung online, ergänzende Untersuchung bei Bedarf in einer Praxis.

Wer entscheidet, ob eine Cannabis-Therapie für mich geeignet ist?

Die Entscheidung trifft immer die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach einer individuellen medizinischen Beurteilung. Der Online-Fragebogen und das Gespräch dienen dazu, Beschwerden, Vorerkrankungen, bisherige Therapien und Risiken umfassend zu erfassen. Wenn die Voraussetzungen für eine sinnvolle und sichere Cannabis-Therapie nicht erfüllt sind, wird dies offen besprochen. Ein Anspruch auf ein Rezept besteht nicht, unabhängig davon, ob die Konsultation online oder vor Ort stattfindet.

Wie läuft die Rezeptabwicklung bei einer Online-Sprechstunde ab?

Kommt eine Cannabis-Therapie in Frage, kann ein Betäubungsmittelrezept ausgestellt werden. Häufig wird dieses – mit Ihrer Einwilligung – direkt an eine Partner-Apotheke übermittelt, die Erfahrung mit cannabinoidhaltigen Arzneimitteln hat. Alternativ kann das Rezept an eine geeignete Apotheke Ihrer Wahl gehen. Die genaue Vorgehensweise, Lieferzeiten und Kosten werden im Rahmen der Sprechstunde erklärt. Wichtig ist, dass der gesamte Prozess rechtssicher dokumentiert und nachvollziehbar ist.

Werden Kosten für Online-Sprechstunden und Cannabis-Therapie von der Krankenkasse übernommen?

Die ärztliche Konsultation kann – je nach Versicherungsmodell und Abrechnungsweg – teilweise über die Grund- oder Zusatzversicherung abgerechnet werden. Für die Kosten der Cannabispräparate bestehen in der Regel keine automatische Übernahme und oft braucht es im Einzelfall eine Kostengutsprache nach den gesetzlichen Vorgaben. Es ist sinnvoll, frühzeitig mit der behandelnden Person und der Krankenkasse zu klären, welche Leistungen übernommen werden können und welche nicht.

Wie sicher sind meine Daten bei einer digitalen Cannabis-Sprechstunde?

Anbieter von Online-Sprechstunden unterliegen in der Schweiz den datenschutzrechtlichen Bestimmungen für Gesundheitsdaten. Dazu gehören unter anderem verschlüsselte Übertragung, Zugangsbeschränkungen und transparente Informationen zur Datennutzung. Fragen zum Datenschutz können und sollten Sie direkt an den jeweiligen Anbieter richten. Ein seriöses Angebot erläutert, wo Daten gespeichert werden, wer Zugriff hat und wie lange Unterlagen aufbewahrt werden.

Kann ich eine laufende Cannabis-Therapie über eine Online-Plattform weiterführen?

In vielen Fällen ist es möglich, eine bereits begonnene Cannabis-Therapie über telemedizinische Konsultationen weiter zu begleiten, sofern die bisherige Dokumentation vorliegt und der bisherige Verlauf nachvollziehbar ist. Die Ärztin oder der Arzt prüft, ob Indikation, Dosierung und Sicherheit weiterhin gegeben sind. Je nach Situation kann es sinnvoll sein, ergänzend eine körperliche Untersuchung oder weitere Abklärungen durchzuführen, bevor Rezepte verlängert oder angepasst werden.

Gibt es Altersbeschränkungen für eine Cannabis Online-Sprechstunde?

Der Einsatz von medizinischem Cannabis bei Minderjährigen ist in der Regel besonders sorgfältig abzuwägen und erfordert spezifische Expertise. Viele Angebote richten sich deshalb primär an volljährige Patientinnen und Patienten. Wenn es im Einzelfall um eine Behandlung im Jugendalter geht, sollten pädiatrische oder kinder- und jugendpsychiatrische Fachpersonen einbezogen werden. Informationen hierzu finden Sie jeweils direkt bei den anbietenden Praxen oder Plattformen.

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