Cannabis-gestützte Therapie bei chronischer Lumbalgie
Die cannabis-gestützte Therapie bei chronischer Lumbalgie (chronischen Kreuzschmerzen) gilt heute als ergänzende Option, insbesondere wenn etablierte Behandlungen wie Physiotherapie, klassische Schmerzmittel oder Antidepressiva nicht ausreichend Linderung bringen. Die wissenschaftliche Evidenz ist gemäss BAG und internationalen Fachgesellschaften weiterhin begrenzt und heterogen, einzelne neuere Studien – etwa zu Vollextrakten wie VER-01 – zeigen jedoch relevante Verbesserungen bei Schmerzintensität, Schlaf und Beweglichkeit. Besonders neuropathische Komponenten von Rückenschmerzen scheinen potenziell besser auf Cannabinoide anzusprechen als rein muskuläre oder akute Schmerzen. Gleichzeitig weisen Fachgesellschaften wie die Deutsche Schmerzgesellschaft darauf hin, dass Cannabis kein Wundermittel ist. Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel oder kognitive Beeinträchtigungen sind möglich und die Langzeitsicherheit ist nur teilweise erforscht. Daher empfehlen Leitlinien einen sorgfältig indizierten Einsatz im Rahmen eines interdisziplinären, multimodalen Konzepts, das Bewegungstherapie, psychologische Verfahren und eine strukturierte ärztliche Betreuung einschliesst. Digitale Plattformen wie Evidena können dabei unterstützen, Aufklärung, ärztliche Begleitung, Rezeptmanagement und Apothekenanbindung in einer rechtssicheren, transparenten Versorgungslösung zu bündeln.
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