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Cannabis Rezept Schweiz: So erhalten Sie eine Verschreibung

2 Min. Lesezeit
Ärztin in der Schweiz führt telemedizinische Beratung zur medizinischen Cannabis-Therapie über Laptop mit Patientin

Seit August 2022 können Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz medizinisches Cannabis direkt verschreiben – ohne den früher notwendigen Umweg über eine Ausnahmebewilligung beim BAG. Das vereinfacht den Zugang erheblich. Aber wie genau funktioniert das? Kann man ein Rezept auch online bekommen? Und was zahlt die Krankenkasse? Dieser Beitrag gibt klare Antworten.

Die rechtliche Ausgangslage seit 2022

Bis August 2022 benötigte jede Verschreibung von THC-haltigem Cannabis eine Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Dieser aufwendige Prozess dauerte oft Wochen und hielt viele Ärzte davon ab, Cannabis überhaupt zu verschreiben.

Seit der Gesetzesänderung kann jeder Arzt mit entsprechender Fachkenntnis Cannabis direkt auf Rezept ausstellen – wie jedes andere verschreibungspflichtige Medikament.

Welche Indikationen werden anerkannt?

Es gibt keine abschliessende Liste zugelassener Indikationen. Medizinisches Cannabis kann bei verschiedenen Erkrankungen verschrieben werden, darunter:

  • Chronische Schmerzen (neuropathisch, onkologisch, muskuloskeletal)
  • Spastik (v.a. bei Multipler Sklerose)
  • Übelkeit und Erbrechen (z.B. bei Chemotherapie)
  • Epilepsie (insbesondere CBD-basierte Präparate)
  • Schlafstörungen (in bestimmten Konstellationen)
  • PTSD (in Diskussion, nicht Standard)

Entscheidend ist die individuelle ärztliche Einschätzung – ob Cannabis im konkreten Fall medizinisch sinnvoll und vertretbar ist.

Wie läuft das Gespräch beim Arzt ab?

Typischerweise beinhaltet ein Erstkonsultation zu medizinischem Cannabis:

  • Anamnese: Krankheitsgeschichte, bisherige Behandlungen, aktuelle Medikation
  • Diskussion der Indikation und Alternativoptionen
  • Aufklärung über Wirkungen, Nebenwirkungen und Risiken
  • Wenn geeignet: Ausstellen einer Verschreibung
  • Folgetermine zur Verlaufskontrolle

Kann ich ein Rezept online bekommen?

Ja – Telemedizin ist auch für Cannabis-Verschreibungen möglich. Evidena ermöglicht genau das: Über eine Online-Konsultation können Patient:innen von Schweizer Ärztinnen und Ärzten beraten und – wenn medizinisch indiziert – verschrieben werden.

Vorteile des Telemedizin-Wegs: keine langen Wartezeiten, keine Anreise, diskreter Prozess.

Was kostet es?

Die Kosten setzen sich zusammen aus:

  • Arztkonsultation: Wird über die Grundversicherung abgerechnet, wenn ein anerkannter Arzt behandelt.
  • Medikament: Medizinisches Cannabis wird von der Grundversicherung nur in Ausnahmefällen erstattet (z.B. bei bestimmten Epilepsie-Präparaten wie Epidyolex). In der Regel zahlen Patient:innen das Präparat selbst – Kosten variieren je nach Produkt.

Typische Monatskosten für Cannabis-Öle oder Blüten liegen je nach Dosierung bei CHF 100–400.

Welche Produkte werden verschrieben?

Verschrieben werden können zugelassene Fertigpräparate (wie Sativex, Epidyolex) oder magistral hergestellte Produkte (Öle, Kapseln, Blüten aus der Apotheke). Schweizer Apotheken können Cannabis-Produkte auch individuell herstellen.

Fazit

Der Weg zu einem Cannabis-Rezept in der Schweiz ist heute deutlich einfacher als noch vor 2022. Mit Telemedizin-Plattformen wie Evidena ist der erste Schritt unkompliziert und von zu Hause aus möglich. Entscheidend bleibt: Eine ärztliche Beurteilung ist immer notwendig – Cannabis ist auch als Medizin kein Selbstbedienungsprodukt.

Häufig gestellte Fragen

FAQ: Häufige Fragen zu Telemedizin und Cannabis-Therapie bei Evidena

Ist eine Cannabis-Therapie bei Evidena für jede Person geeignet?

Nein. Ob eine Cannabis-Therapie geeignet ist, hängt von der individuellen medizinischen Situation ab. Im Rahmen der telemedizinischen Konsultation prüft die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt ausführlich Beschwerden, Vorerkrankungen, bisherige Therapien und aktuelle Medikamente. Bei bestimmten Vorerkrankungen, Schwangerschaft, bestimmten psychischen Erkrankungen oder problematischem Substanzkonsum kann eine Cannabis-Therapie ausgeschlossen oder nur unter strengen Voraussetzungen in Betracht gezogen werden. Ziel ist eine sorgfältige, individuelle Abwägung von Nutzen und Risiken.

Wie läuft die Terminvereinbarung und das Videogespräch ab?

Sie wählen online einen passenden Termin und erhalten eine Bestätigung per E-Mail. Vor dem Gespräch füllen Sie einen medizinischen Fragebogen aus, damit sich die Ärztin oder der Arzt vorbereiten kann. Zum vereinbarten Zeitpunkt loggen Sie sich über den gesicherten Link in den Videoraum ein. Für die Konsultation benötigen Sie ein internetfähiges Gerät mit Kamera und Mikrofon. Während des Gesprächs werden Ihre Beschwerden, Erwartungen und bisherigen Erfahrungen ausführlich besprochen, und es wird geklärt, ob eine Cannabis-Therapie sinnvoll ist oder andere Behandlungsschritte im Vordergrund stehen.

Erhalte ich mein Rezept immer digital und sofort?

Eine Rezeptausstellung erfolgt nur, wenn die Ärztin oder der Arzt nach sorgfältiger Prüfung zu dem Schluss kommt, dass medizinisches Cannabis für Ihre Situation in Frage kommt und rechtlich zulässig ist. Es besteht kein Anspruch auf ein Rezept. Wenn eine Verordnung erfolgt, wird das Rezept in der Regel digital an eine Partner-Apotheke übermittelt. In Einzelfällen können weitere Unterlagen, Rückfragen oder Abklärungen erforderlich sein, bevor das Rezept final ausgestellt wird. Der Ablauf wird jeweils transparent mit Ihnen besprochen.

Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für medizinisches Cannabis?

Die Kostenübernahme durch Krankenkassen ist vom Einzelfall, der Indikation und dem individuellen Versicherungsmodell abhängig. In manchen Situationen kann eine (Teil-)Erstattung in Betracht kommen, sie ist aber nicht garantiert. Evidena unterstützt Sie dabei, die für eine Anfrage bei der Krankenkasse benötigten Dokumente vorzubereiten. Die endgültige Entscheidung über eine Kostenübernahme liegt jedoch immer bei der jeweiligen Versicherung. Im Rahmen der Beratung werden Kostenfragen offen angesprochen, damit Sie Ihre Therapieplanung realistisch einschätzen können.

Wie sicher sind meine Daten auf der Evidena Plattform?

Der Schutz Ihrer Gesundheitsdaten hat oberste Priorität. Evidena nutzt verschlüsselte Verbindungen, gesicherte Serverstandorte und rollenbasierte Zugriffsrechte, sodass nur berechtigte Personen auf Ihre Daten zugreifen können. Sie entscheiden, welche Informationen gespeichert werden dürfen und wofür sie genutzt werden. Einwilligungen werden transparent eingeholt und dokumentiert. Die Plattform richtet sich nach den geltenden Schweizer Datenschutzbestimmungen für besonders schützenswerte Personendaten. Weitere Details zum Datenschutz können Sie in den entsprechenden Richtlinien auf der Website einsehen.

Kann ich meine laufende Behandlung bei meiner Hausärztin oder meinem Hausarzt mit Evidena kombinieren?

Ja, in vielen Fällen ist eine ergänzende Nutzung möglich und sinnvoll. Es ist empfehlenswert, Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt über eine geplante oder laufende Cannabis-Therapie zu informieren, damit alle relevanten Informationen in die Gesamtbehandlung einfliessen können. Auf Wunsch können Berichte oder medizinische Unterlagen – nach Ihrer Einwilligung – zur Koordination an andere Behandler:innen weitergegeben werden. So lassen sich Dopplungen vermeiden und Wechselwirkungen mit anderen Therapien besser abschätzen.

Was passiert, wenn sich meine Beschwerden unter der Therapie verändern?

Veränderungen – sowohl Verbesserungen als auch Verschlechterungen oder unerwünschte Effekte – sollten frühzeitig mit den behandelnden Ärzt:innen besprochen werden. Über die Evidena Plattform können Sie Folgetermine vereinbaren oder je nach Angebot auch schriftliche Rückmeldungen geben. Häufig werden Dosierung und Einnahmeschema im Verlauf angepasst. In manchen Fällen ist es sinnvoll, die Therapie zu unterbrechen oder zu beenden. Wichtig ist, diese Schritte nicht eigenständig vorzunehmen, sondern im Rahmen der ärztlichen Betreuung.

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