Cannabis im Vergleich zu Tabak: Auswirkungen auf Lunge und Herz-Kreislauf-Gesundheit
Cannabis wird in der Schweiz zunehmend medizinisch genutzt, gleichzeitig bleibt Tabak eine der wichtigsten vermeidbaren Ursachen schwerer Erkrankungen. Viele Patientinnen und Patienten fragen sich, wie sich Cannabis im Vergleich zu Tabak konkret auf Lunge, Herz und allgemeine Gesundheit auswirkt – insbesondere, wenn Cannabis inhaliert wird. Dieser Beitrag fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen, ordnet die vorhandenen Daten ein und zeigt, welche Rolle Art der Anwendung, Dosierung und individuelle Risikofaktoren spielen. Der Fokus liegt auf einer nüchternen, evidenzbasierten Betrachtung, die Ihnen hilft, medizinische Entscheidungen besser einzuordnen und den Dialog mit Ärztinnen, Ärzten und Apotheken in der Schweiz vorzubereiten.
Einleitung
Die Debatte über die gesundheitlichen Auswirkungen von Cannabis im Vergleich zu Tabak hat sich in den letzten Jahren intensiviert. Während Tabak seit langem als eine der Hauptursachen für Lungenkrankheiten anerkannt ist, bleibt die Wirkung von Cannabis auf die Lungen- und allgemeine Gesundheit ein weniger erforschtes Feld. Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in diesem Bereich und beleuchtet die unterschiedlichen Auswirkungen beider Substanzen auf Gesundheit und Wohlbefinden.
Inzwischen steht für viele Nutzerinnen und Nutzer nicht mehr nur der Freizeitkonsum im Vordergrund, sondern auch der medizinische Einsatz von Cannabis, etwa bei chronischen Schmerzen oder spastischen Beschwerden. Gerade dadurch wird der Vergleich mit Tabak für den Alltag von Patientinnen und Patienten in der Schweiz relevanter: Ist das Inhalieren von medizinischem Cannabis ähnlich schädlich wie Zigarettenrauchen, oder unterscheiden sich die Risiken? Welche Rolle spielt die Art der Einnahme (Rauchen, Vaporisieren, orale Einnahme)? Und wie ordnen sich Herz-Kreislauf-Effekte in das Gesamtrisiko ein? Dieser Beitrag liefert einen strukturierten Überblick, ohne neue Risiken zu postulieren, die wissenschaftlich nicht belegt sind.
Kurze Orientierung für Leserinnen und Leser
Damit Sie die Inhalte gezielt nutzen können, ist dieser Artikel in klar abgegrenzte Abschnitte zu Tabak, Cannabis, Inhalationstechniken, Langzeitdaten, Herz-Kreislauf-Gesundheit und rechtlichen Rahmenbedingungen gegliedert. So können Sie die für Sie wichtigsten Themen schnell finden und anschliessend bei Bedarf mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke besprechen.
Gesundheitliche Auswirkungen von Tabak
Tabakkonsum ist weithin als schädlich für die Lungenfunktion anerkannt. Langfristiger Konsum kann zu einer Reihe von Atemwegserkrankungen wie Bronchitis, Emphysem und Lungenkrebs führen. Tabakrauch enthält über 7000 Chemikalien, von denen viele als krebserregend bekannt sind. Diese Substanzen schädigen das Lungengewebe und führen zu einer Verschlechterung der Atemkapazität.
- Erhöhung des Risikos für Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Verursacht chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Beeinträchtigt die Sauerstoffaufnahme des Körpers
Diese Punkte verdeutlichen, weshalb Tabakrauch als einer der wichtigsten Einzelrisikofaktoren für vorzeitige Sterblichkeit gilt. Lungenkrebs und andere Tumorformen sind dabei nur ein Teil des Problems: Tabakrauch fördert entzündliche Prozesse in den Atemwegen, führt zu einer dauerhaften Verengung der Bronchien (charakteristisch für COPD) und schädigt die feinen Lungenbläschen, die für den Gasaustausch verantwortlich sind. Die Folge ist eine anhaltende Verminderung der Leistungsfähigkeit, die sich beispielsweise in Atemnot bei Belastung äussern kann. Gleichzeitig greifen Inhaltsstoffe des Tabakrauchs auch das Herz-Kreislauf-System an, indem sie Blutgefässe schädigen und Gerinnungsprozesse beeinflussen. Im Schweizer Versorgungssystem fliessen diese Erkenntnisse konsequent in Präventionsprogramme und Ärzteempfehlungen ein.
Was bedeutet COPD für den Alltag?
Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) äussert sich häufig durch anhaltenden Husten, vermehrten Auswurf und zunehmende Atemnot, zunächst bei körperlicher Anstrengung, später teils schon in Ruhe. Viele Betroffene sind oder waren langjährige Raucherinnen und Raucher. In der Schweiz wird bei Verdacht in der Regel eine Lungenfunktionsmessung (Spirometrie) durchgeführt, um den Schweregrad einzuordnen und Therapieoptionen wie Inhalationsmedikamente, Atemphysiotherapie und Rauchstopp-Begleitung zu planen.
Medizinische Eigenschaften von Cannabis
Cannabis hat in den letzten Jahren als medizinische Substanz an Bedeutung gewonnen. Die Forschung hat gezeigt, dass Cannabis eine bronchodilatatorische Wirkung haben kann, was bedeutet, dass es die Atemwege erweitert und möglicherweise die Atemkapazität verbessert. Dennoch sind weitere Langzeitstudien erforderlich, um die umfassenden gesundheitlichen Auswirkungen zu verstehen.
| Eigenschaft | Auswirkung |
|---|---|
| Entzündungshemmend | Kann bei entzündlichen Erkrankungen helfen |
| Schmerzlindernd | Effektiv bei der Schmerztherapie |
Die aufgeführten Eigenschaften beziehen sich vor allem auf die wichtigsten Wirkstoffe von Cannabis, insbesondere THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol), die mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System interagieren. Entzündungshemmende Effekte können beispielsweise für Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen, bestimmten neurologischen Erkrankungen oder spastischen Beschwerden bedeutsam sein. Die bronchienerweiternde Wirkung wird in der Literatur beschrieben, spielt in der klinischen Praxis jedoch eine untergeordnete Rolle gegenüber etablierten Medikamenten, etwa bei Asthma. Für die Schweiz ist zudem wichtig, dass medizinisches Cannabis unter ärztlicher Kontrolle eingesetzt und von bewilligten Apotheken abgegeben wird. So lässt sich die Behandlung besser an individuelle Vorerkrankungen, Begleitmedikation und das persönliche Risikoprofil anpassen.
Wie Cannabis konsumiert wird: medizinischer vs. nicht-medizinischer Gebrauch
Beim Vergleich von Cannabis und Tabak muss zwischen medizinischem und nicht-medizinischem Konsum unterschieden werden. Freizeitkonsum erfolgt häufig in Form von Joints, die oft tabakhaltig sind, was die Unterscheidung der Substanzeffekte erschwert. Beim medizinischen Einsatz in der Schweiz wird zunehmend auf standardisierte Extrakte, definierte Dosierungen und kontrollierte Abgabeformen geachtet. Dazu gehören getrocknete Blüten zur Inhalation mit Verdampfern (Vaporizern) ebenso wie Öle oder Tropfen zur oralen Einnahme.
Diese Unterscheidung ist für die Lungen- und Herz-Kreislauf-Gesundheit bedeutsam: Wird Cannabis ohne Tabak und mit schonenderen Inhalationsmethoden konsumiert, unterscheiden sich die Belastungen für die Atemwege deutlich vom klassischen Zigarettenrauchen. Die vorhandenen Studien beziehen sich jedoch häufig auf Rauchkonsum, da Vaporizer und andere moderne Applikationsformen erst nach und nach untersucht werden. Entsprechend ist Vorsicht bei der Interpretation notwendig: Wo Daten fehlen, darf nicht automatisch von gleichen Risiken ausgegangen werden, aber auch nicht von einem völligen Ausbleiben gesundheitlicher Effekte.
Vergleich der Rauchgewohnheiten und -techniken
Während Tabak meist in Form von Zigaretten konsumiert wird, die in der Regel einen Filter haben, wird Cannabis oft ungefiltert geraucht, was bedeutet, dass mehr Partikel in die Lunge gelangen können. Darüber hinaus werden Joints häufig in tieferen Zügen und länger inhaliert, was die Lunge zusätzlich belasten kann. Diese unterschiedlichen Konsummuster können die unterschiedliche gesundheitliche Auswirkungen auf die Atemwege von Cannabis- und Tabakkonsumenten erklären.
Für die Bewertung der Risiken ist daher nicht nur die Substanz, sondern auch die Technik entscheidend. Beim Zigarettenrauchen summieren sich täglich oft zahlreiche Zigaretten, sodass die Lunge über Jahre hinweg fast kontinuierlich Schadstoffen ausgesetzt ist. Viele Cannabiskonsumierende greifen dagegen weniger häufig zu, inhalieren aber intensiver pro Zug. Daraus ergibt sich ein anderes Belastungsprofil für das Lungengewebe. Im medizinischen Kontext wird zunehmend dazu geraten, auf Rauchprodukte zu verzichten und stattdessen geprüfte Vaporizer oder nicht inhalative Formen zu nutzen, um die Reizung der Atemwege zu verringern. In der Schweiz kann diese Entscheidung im Rahmen einer fachärztlichen Begleitung individuell abgewogen werden.
Inhalationstechniken im Detail
Beim klassischen Joint ohne Filter gelangen heisse Rauchpartikel direkt in die Atemwege. Dies kann kurzfristig Husten und Reizungen auslösen. Wird ein Vaporizer verwendet, erfolgt die Freisetzung der Wirkstoffe bei niedrigeren Temperaturen, wodurch bestimmte Verbrennungsprodukte reduziert werden können. Dennoch gilt: Auch beim Verdampfen entsteht ein Aerosol, das eingeatmet wird und die Schleimhäute stimuliert. Wichtige Einflussfaktoren sind die Temperatur, die Häufigkeit der Inhalation, die Dauer des Luftanhaltens sowie die Gesamtmenge an eingeatmeten Partikeln.
Praktische Fragen zur Anwendung
In der Schweizer Versorgungspraxis spielt die Frage, ob Cannabis geraucht oder verdampft wird, eine zentrale Rolle. Ärztinnen und Ärzte prüfen dabei unter anderem vorbestehende Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD, kardiovaskuläre Risiken sowie gleichzeitig bestehende Tabakabhängigkeit. Ziel ist, eine möglichst wirksame, aber für die individuellen Organsysteme verträgliche Applikationsform zu finden.
Bildliche Einordnung: Cannabis im Vergleich zur Inhalation von Tabak
Die Wahl zwischen inhalativen und oralen Formen der Cannabistherapie hat direkten Einfluss auf die Belastung der Atemwege. Während inhalative Formen einen rascheren Wirkungseintritt bieten, können orale Zubereitungen dazu beitragen, die direkte Reizung der Lunge zu vermeiden. Im Vergleich zu Tabakrauch sind die Zusammensetzung der Rauchgase und die Nutzungsmuster zwar unterschiedlich, dennoch bleibt das Prinzip gültig, dass jede Form von Rauch die Atemwege beansprucht. In der Schweiz wird deshalb zunehmend auf individuell angepasste Therapiekonzepte gesetzt, bei denen die Vorteile der einzelnen Applikationswege gegen potenzielle Risiken abgewogen werden.
Langzeitstudien und aktuelle Ergebnisse
Langfristige Studien zu den Auswirkungen von Cannabis auf die Lungenfunktion sind noch in der Entwicklung. Eine wichtige Studie hat jedoch gezeigt, dass leichter bis moderater Cannabiskonsum über einen Zeitraum von 20 Jahren nicht mit einer signifikanten Verschlechterung der Lungenfunktion verbunden ist, während starker und chronischer Tabakkonsum nachweislich zu einer Abnahme der Lungenfunktion führt.
Diese Daten sollten dennoch vorsichtig interpretiert werden. Erstens beziehen sie sich in der Regel auf Bevölkerungsgruppen mit sehr unterschiedlichen Konsummustern, bei denen auch Mischkonsum von Tabak und Cannabis häufig vorkommt. Zweitens bedeutet das Ausbleiben einer nachweisbaren, deutlichen Lungenfunktionsverschlechterung bei moderatem Konsum nicht automatisch, dass keine lokalen Reizungen oder strukturellen Veränderungen auftreten können. Zudem ist die Datenlage für ältere Menschen, Personen mit relevanten Vorerkrankungen und langjährigen Hochdosis-Konsum begrenzt. Im Schweizer Gesundheitswesen wird daher Wert auf eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung gelegt, bei der neben der Dosis auch die Applikationsform und die Kombination mit anderen Substanzen (insbesondere Tabak) berücksichtigt werden.
Was die Forschung zu moderatem Cannabiskonsum nahelegt
Bisherige Studien weisen darauf hin, dass gelegentlicher bis moderater Cannabiskonsum ohne gleichzeitigen starken Tabakkonsum in vielen Fällen nicht zu denselben ausgeprägten Einbussen der Lungenfunktion führt, wie sie beim Zigarettenrauchen beobachtet werden. Gleichzeitig zeigen Untersuchungen, dass chronischer Cannabiskonsum mit Symptomen wie chronischem Husten, vermehrtem Auswurf oder Bronchitis einhergehen kann. Die Relevanz dieser Befunde für einzelne Patientinnen und Patienten ist jedoch stark vom individuellen Gesundheitsstatus abhängig. Deshalb sollte insbesondere bei bestehender Atemwegserkrankung eine sorgfältige ärztliche Beurteilung erfolgen, bevor inhalative Cannabisformen eingesetzt werden.
Cannabis und Herz-Kreislauf-Gesundheit
Neuere Studien haben die Auswirkungen von Cannabis auf das Herz-Kreislauf-System untersucht und deuteten darauf hin, dass regelmässiger Cannabiskonsum die Gefässreaktion verschlechtert, was das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann. Diese Erkenntnisse bedeuten, dass auch wenn Cannabis einige medizinische Vorteile bietet, sein möglicher negativer Einfluss auf die Herzgesundheit nicht ausser Acht gelassen werden sollte.
In der Praxis heisst das: Bei Patientinnen und Patienten mit bestehender kardiovaskulärer Erkrankung – wie koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz oder bestimmten Herzrhythmusstörungen – ist besondere Vorsicht geboten. Die Studienlage legt nahe, dass Cannabis kurzfristig Herzfrequenz und Blutdruck beeinflussen kann, was in einem bereits vorbelasteten System problematisch sein kann. Der mögliche Effekt auf die Gefässreaktion unterstreicht, dass die Herz-Kreislauf-Gesundheit in die Therapieplanung einbezogen werden sollte. In der Schweiz erlaubt der medizinische Rahmen, relevante Vorerkrankungen strukturiert zu erfassen und gegebenenfalls Alternativen oder angepasste Dosierungskonzepte zu prüfen.
Besonderheiten bei älteren Patientinnen und Patienten
Ältere Menschen bringen häufig mehrere Risikofaktoren gleichzeitig mit: bestehende Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Polypharmazie und eine veränderte Organfunktion. Eruieren Ärztinnen und Ärzte hier den Einsatz von medizinischem Cannabis, wird in der Regel sehr sorgfältig vorgegangen. Dazu gehört eine genaue Erfassung der aktuell eingenommenen Medikamente, eine Prüfung möglicher Interaktionen sowie eine konservative Einstiegsdosierung mit langsamer Dosisanpassung. Die potenziellen Effekte auf Herzfrequenz, Blutdruck und Gefässreaktion werden im Kontext des individuellen Risikoprofils diskutiert.
Cannabis im Vergleich zu Tabak: Einordnung der gesamtgesundheitlichen Belastung
Beim direkten Vergleich von Cannabis und Tabak fällt auf, dass Tabak in der internationalen und Schweizer Gesundheitsstatistik deutlich stärker mit schwerwiegenden Erkrankungen und frühem Tod in Verbindung steht. Dies hängt mit der enormen Verbreitung des Zigarettenrauchens, den typischen Konsummustern (mehrere Zigaretten täglich über viele Jahre) und der komplexen Mischung toxischer Verbrennungsprodukte zusammen. Cannabis wird in der Regel in geringerer Häufigkeit konsumiert, oft ohne oder mit weniger Tabak, was zu einem anderen Expositionsprofil führt.
Gleichzeitig ist festzuhalten, dass der Vergleich nicht als Freifahrtschein für unreflektierten Cannabiskonsum verstanden werden darf. Inhalierter Rauch – gleich welcher Substanz – belastet die Atemwege. Die bisherige Evidenz zeichnet ein differenziertes Bild: Während die Zusammenhänge zwischen Tabak und Lungenkrebs, COPD sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gut belegt sind, ist die Datenlage für Cannabis weniger umfangreich und in Teilen noch widersprüchlich. Eine verantwortungsvolle medizinische Nutzung orientiert sich an klar definierten Indikationen, standardisierten Qualitätskriterien und einer sorgfältigen Überwachung der Therapie.
Rechtliche und medizinische Perspektiven
Angesichts der zunehmenden Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke ist es entscheidend, die Anwendung und die potenziellen Risiken für die Patienten zu verstehen. Die Evidena Care AG bietet in diesem Bereich telemedizinische Unterstützung an und ermöglicht so eine fundierte Beratung über den sicheren Einsatz von medizinischem Cannabis in der Schweiz. [Ausgelassener direkter Link zu Evidena, da implizit durchgehend angedeutet.]
Mit der aktuellen Regulierung können in der Schweiz Ärztinnen und Ärzte medizinisches Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen verschreiben. Dabei stehen Aspekte wie Qualitätskontrolle, klare Dosierungsvorgaben und eine strukturierte Dokumentation im Vordergrund. Telemedizinische Angebote wie jene von Evidena Care ermöglichen es, Patientinnen und Patienten unabhängig vom Wohnort ärztlich zu begleiten, Therapieanpassungen vorzunehmen und Fragen zu beantworten. Insbesondere beim Vergleich zu Tabak geht es in der klinischen Beratung darum, individuelle Gewohnheiten und Vorerkrankungen zu erfassen: Raucht eine Person bereits Tabak, besteht eine COPD oder ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko, oder liegen andere Faktoren vor, die die Entscheidung für eine inhalative oder nicht inhalative Cannabistherapie beeinflussen?
Cannabis-Therapie
Erfahren Sie, wie medizinisches Cannabis in der Schweiz unter ärztlicher Begleitung eingesetzt wird, welche Darreichungsformen zur Verfügung stehen und wie sich die Wahl der Applikationsform auf Lunge und Herz-Kreislauf-System auswirken kann.
Info-/Vergleichsportal
Nutzen Sie das strukturierte Informations- und Vergleichsangebot, um Cannabistherapien sachlich mit anderen Behandlungsoptionen zu vergleichen und Fragen zur Sicherheit im Alltag zu klären.
Partner-Apotheken
Finden Sie Apotheken, die Erfahrung mit der Abgabe von medizinischem Cannabis haben und Sie zur praktischen Anwendung sowie zu inhalativen und oralen Formen beraten können.
Allgemeine Fragen
Antworten auf häufige Fragen rund um medizinisches Cannabis, rechtliche Rahmenbedingungen und praktische Aspekte der Behandlung in der Schweiz.
Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten stärken
Eine fundierte Entscheidung zwischen verschiedenen Therapieoptionen setzt voraus, dass Patientinnen und Patienten die wichtigsten Zusammenhänge verstehen. Beim Thema Cannabis im Vergleich zu Tabak bedeutet dies, nicht nur einzelne Risiken herauszugreifen, sondern das gesamte gesundheitliche Umfeld zu betrachten: bestehende Vorerkrankungen, bisherige Rauchgewohnheiten, berufliche Belastungen, psychosoziale Faktoren und die individuellen Therapieziele.
Im Schweizer Kontext spielt die enge Zusammenarbeit zwischen Hausärztinnen, Fachärzten, Apotheken und telemedizinischen Angeboten eine zentrale Rolle. Beratungsangebote können helfen, Missverständnisse zu vermeiden – etwa die Annahme, Cannabis sei grundsätzlich risikofrei, nur weil es medizinisch eingesetzt wird, oder umgekehrt, es sei automatisch gleich gefährlich wie Tabak. Ziel ist eine ausgewogene Sichtweise, in der Nutzen und Risiken im Lichte der aktuellen Evidenz transparent dargestellt werden.
Fazit
Der Vergleich von Cannabis mit Tabak zeigt, dass während beide ihre gesundheitlichen Risiken bergen, insbesondere in Bezug auf die Atem- und Herz-Kreislauf-Gesundheit, weitere Forschung notwendig ist, um die vollständigen Auswirkungen besser zu verstehen. Patienten sollten aufgeklärt werden, um fundierte Entscheidungen in Bezug auf ihre medizinischen Behandlungsoptionen, die den Einsatz von Cannabis beinhalten, treffen zu können.
Aktuell lässt sich zusammenfassen, dass Tabakrauch deutlich stärker mit schweren chronischen Erkrankungen wie Lungenkrebs, COPD und Herz-Kreislauf-Leiden verknüpft ist, während Cannabis – insbesondere in moderaten Dosierungen und unter medizinischer Kontrolle – ein anderes, differenzierter zu betrachtendes Risikoprofil aufweist. Die Wahl der Applikationsform, die Berücksichtigung individueller Vorerkrankungen und eine engmaschige Betreuung sind entscheidend, um den potenziellen Nutzen einer Cannabistherapie verantwortungsvoll zu nutzen. In der Schweiz bieten Ärztinnen, Ärzte und spezialisierte telemedizinische Angebote einen Rahmen, in dem diese Entscheidungen gemeinsam vorbereitet und regelmässig überprüft werden können.
Häufig gestellte Fragen
Ist medizinisches Cannabis für die Lunge weniger schädlich als Tabak?
Die verfügbaren Studien deuten darauf hin, dass starker und langjähriger Tabakkonsum sehr deutlich mit Erkrankungen wie Lungenkrebs und COPD verbunden ist, während moderater Cannabiskonsum ohne Tabak diese klaren Zusammenhänge bisher nicht in gleichem Ausmass zeigt. Trotzdem belastet jede Rauchinhalation die Atemwege. Im medizinischen Kontext wird deshalb häufig empfohlen, eher auf Verdampfer oder nicht inhalative Formen auszuweichen, insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Atemwegserkrankungen.
Spielt es eine Rolle, ob Cannabis geraucht oder verdampft wird?
Ja, die Art der Inhalation beeinflusst die Belastung für die Atemwege. Beim Rauchen entstehen Verbrennungsprodukte, die die Schleimhäute reizen können. Vaporizer geben Wirkstoffe bei niedrigeren Temperaturen ab, wodurch bestimmte Verbrennungsprodukte reduziert werden können. Dennoch wird bei beiden Formen ein Aerosol eingeatmet. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der individuellen medizinischen Situation ab und sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Wie wirkt sich Cannabis auf das Herz-Kreislauf-System aus?
Studien legen nahe, dass regelmässiger Cannabiskonsum die Gefässreaktion beeinflussen und Herzfrequenz sowie Blutdruck verändern kann. Bei Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist daher eine sorgfältige Abklärung wichtig. Im Rahmen einer medizinischen Behandlung kann geprüft werden, ob Cannabis überhaupt geeignet ist, welche Dosierung sinnvoll ist und ob eine nicht inhalative Form vorteilhaft sein könnte.
Ist gelegentlicher Cannabiskonsum gesundheitlich unbedenklich?
Die bisherige Evidenz zeigt, dass gelegentlicher oder moderater Cannabiskonsum ohne gleichzeitigen starken Tabakkonsum in vielen Fällen nicht zu denselben ausgeprägten Lungenfunktionsverschlechterungen führt wie Zigarettenrauchen. Das bedeutet jedoch nicht, dass er grundsätzlich frei von Risiken ist. Individuelle Faktoren wie Vorerkrankungen der Lunge, Herz-Kreislauf-Probleme oder andere Medikamente spielen eine wichtige Rolle. Eine persönliche medizinische Beratung hilft, das eigene Risiko besser einzuschätzen.
Wann sollte ich medizinischen Rat einholen?
Sie sollten ärztlichen Rat einholen, wenn Sie eine Cannabistherapie in Erwägung ziehen und gleichzeitig an einer Lungen- oder Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, regelmässig Tabak rauchen oder mehrere Medikamente einnehmen. Auch bei neu auftretender Atemnot, anhaltendem Husten, Brustschmerzen oder Herzrasen ist eine medizinische Abklärung angezeigt. In der Schweiz stehen Ihnen dazu Hausärztinnen, Fachärzte und telemedizinische Angebote zur Verfügung.