Zum Hauptinhalt springen
evidena care

Cannabis vs. Tabak: Auswirkungen auf Lunge und Herz im Vergleich

3 Min. Lesezeit
Patientin in der Schweiz führt eine telemedizinische Videokonsultation mit einem Arzt zur möglichen Cannabistherapie durch, Laptop und medizinische Unterlagen auf dem Tisch

Telemedizin verändert die Versorgung mit medizinischem Cannabis in der Schweiz grundlegend. Ärztliche Beurteilung, Rezeptausstellung und Apothekenanbindung lassen sich heute vollständig digital, rechtskonform und datenschutzsicher abbilden – insbesondere für Patientinnen und Patienten mit chronischen Beschwerden. - Schneller, ortsunabhängiger Zugang zu spezialisierten Ärztinnen und Ärzten - Strukturierter, digital begleiteter Therapieablauf mit medizinischem Cannabis - Sichere Anbindung an Schweizer Partner-Apotheken und Unterstützung bei Formalitäten

Cannabis vs. Tabak – Was sagt die Forschung zu Lunge und Herz-Kreislauf?

Viele Menschen in der Schweiz rauchen Cannabis – oft gemischt mit Tabak. Doch wie unterscheiden sich die gesundheitlichen Auswirkungen dieser beiden Substanzen auf Lunge und Herz wirklich? Dieser Beitrag fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und räumt mit verbreiteten Mythen auf.

Tabakrauch: Bekannte Schäden, gut dokumentiert

Tabakrauch enthält über 7.000 chemische Verbindungen, von denen mindestens 70 als krebserregend gelten. Die Schäden sind gut dokumentiert:

  • COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)
  • Lungen-, Blasen-, Mundhöhlenkrebs
  • Arteriosklerose und koronare Herzkrankheit
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko

Nikotin selbst verursacht Abhängigkeit und beeinflusst das Herz-Kreislauf-System direkt – durch erhöhten Blutdruck und beschleunigte Herzfrequenz.

Cannabisrauch: Ähnlich schädlich für die Atemwege

Obwohl Cannabis keine krebserregenden Substanzen in denselben Konzentrationen wie Tabak enthält, ist Cannabisrauch nicht harmlos. Beim Verbrennen von Pflanzenmaterial entstehen ähnliche Verbrennungsprodukte: Teer, Kohlenmonoxid, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Studien zeigen: Regelmäßiger Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Bronchitis und chronischen Husten ähnlich wie Tabak. Allerdings rauchen die meisten Cannabiskonsumenten weniger Häufig als Tabakraucher, was die kumulativen Schäden mindert.

THC und das Herz-Kreislauf-System

THC löst unmittelbar nach dem Konsum Herzklopfen und Blutdruckschwankungen aus. Bei gesunden jungen Menschen ist dies meist harmlos. Für ältere Personen oder solche mit vorbestehenden Herzerkrankungen kann dies aber kritisch sein.

Einige Studien sehen einen Zusammenhang zwischen intensivem Cannabiskonsum und einem erhöhten Herzinfarktrisiko in den ersten Stunden nach dem Konsum. Die Datenlage ist jedoch noch nicht abschliessend.

Infografik: Cannabinoidwirkung auf den Körper

Mischkonsum: Cannabis und Tabak kombiniert

In der Schweiz wird Cannabis häufig mit Tabak gemischt („Joint“). Diese Kombination potenziert die Risiken beider Substanzen: Die Tabakabhängigkeit wird durch den gleichzeitigen Cannabiskonsum verstärkt, und die Lungenschadwirkung kumuliert.

Die WHO rät ausdrücklich davon ab, Cannabis mit Tabak zu mischen. Wer Cannabis konsumiert, sollte auf tabakfreie Alternativen wie Vaporizer oder CBD-Blüten zurückgreifen.

CBD – ein potenzieller Schutz?

Interessanterweise zeigt CBD in präklinischen Studien entzündungshemmende und kardioprotektive Eigenschaften. Es dämpft auch den blutdrucksteigernden Effekt von THC. Ob CBD bei regelmäßigem Konsum wirklich kardioprotektiv wirkt, ist noch nicht abschliessend geklärt.

Häufige Fragen zu Cannabis und Lungengesundheit

Ist Dampfen (Vaporizer) besser als Rauchen?

Ja. Beim Verdampfen entstehen keine Verbrennungsprodukte. Studien zeigen weniger Atemwegsbeschwerden bei Vaporizern im Vergleich zum Rauchen.

Ist Cannabis karzinogen?

Die Datenlage ist unklar. Im Gegensatz zu Tabak gibt es keinen klaren Beweis für ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko durch Cannabis allein. Allerdings enthalten auch Cannabisrauch potenzielle Karzinogene.

Ab wann ist Cannabiskonsum gefährlich fürs Herz?

Besonders bei intensivem, täglichem Konsum und bei Menschen über 45 mit Risikofaktoren steigt das Herzrisiko. Bei gelegentlichem Konsum gesunder Erwachsener ist das Risiko minimal, aber nicht null.

Fazit: Kein Rauch ist gesund

Weder Cannabis noch Tabak ist für die Atemwege und das Herz-Kreislauf-System ungefährlich. Cannabis hat ein etwas anderes Risikoprofil als Tabak – aber „anderes“ bedeutet nicht „besseres“. Wer Cannabis aus therapeutischen oder anderen Gründen konsumiert, sollte auf Rauchen verzichten und auf tabakfreie, inhalationsarme Alternativen setzen.

Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen: Cannabis vs. Tabak

Ist Cannabis sicherer als Tabak?

Ein direkter Vergleich ist schwierig. Tabak hat ein klar belegtes, sehr hohes Risikoprofil durch Nikotin und intensive Konsummuster. Cannabis birgt eigene Risiken, wird aber typischerweise seltener konsumiert. Keines der beiden ist «sicher».

Schädigt Cannabis die Lungen?

Regelmässiges Rauchen von Cannabis kann chronische Bronchitis und Husten verursachen. Eine klare Verbindung zu Lungenkrebs ist wissenschaftlich weniger belegt als bei Tabak. Verdampfen gilt als risikoärmer als Rauchen.

Warum wird Cannabis oft mit Tabak gemischt?

In Europa wird Cannabis häufig mit Tabak gemischt (Mischkonsum/Speedball). Dies erhöht die Suchtgefahr erheblich durch Nikotin und verstärkt die negativen Lungenwirkungen.

Sind E-Zigaretten oder Vaporizer besser?

Vaporizer für Cannabis reduzieren die Exposition gegenüber Verbrennungsprodukten erheblich. Sie sind jedoch nicht risikolos – insbesondere bei gefälschten oder ungeprüften Produkten.

Zurück zum Blog
medizinisches cannabis telemedizin schweizcannabis rezept online schweiztelemedizin cannabis dosierung digitalapothekenanbindung medizinisches cannabis

Interesse an Cannabis-Therapie?

Vereinbaren Sie einen Beratungstermin mit unseren spezialisierten Ärzten.

Jetzt Termin buchen