Cannabis Begriffe erklärt: Medizinisch fundierter Überblick für die Schweiz
Cannabis wird in der Schweiz zunehmend als ernstzunehmende Option in der Medizin diskutiert. Gleichzeitig ist der Begriffsdschungel rund um THC, CBD, Aromablüten, Decarboxylierung und medizinisches Cannabis für viele Patient:innen verwirrend. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Cannabis Begriffe verständlich, sachlich und CH-konform – mit Fokus auf medizinische Anwendung, rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz und praktischer Orientierung für den Alltag.
Einleitung & Kontext: Warum Cannabis Begriffe erklärt werden sollten
Cannabis erlebt weltweit eine Renaissance, die weit über den Freizeitkonsum hinausgeht. Besonders in der medizinischen Anwendung erhält die Hanfpflanze zunehmend Aufmerksamkeit. Für Patient:innen, Angehörige und Fachleute stellt sich oft die Herausforderung, sich in einem Dschungel verschiedener Begriffe zurechtzufinden. Das Ziel dieses Beitrags ist es, zentrale Begriffe im Umgang mit Cannabis anschaulich und medizinisch fundiert zu erklären.
Gleichzeitig verändern sich Forschungslage, Produktepalette und rechtliche Rahmenbedingungen laufend. Wer eine Cannabis-Therapie in Betracht zieht oder bereits nutzt, begegnet einer Vielzahl von Fachausdrücken – von Cannabinoiden über Aromablüten bis zu Decarboxylierung und medizinischem Cannabis. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Begriffe ein, erklärt Zusammenhänge und zeigt, welche Aspekte speziell für die Schweiz relevant sind.
Für eine sichere und wirksame Behandlung mit medizinischem Cannabis ist es entscheidend, dass Patient:innen zentrale Begriffe verstehen. Nur so lassen sich Dosierung, Einnahmeformen und Erwartungen an die Therapie gut mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen und Missverständnisse vermeiden.
Überblick über die Kernaspekte rund um Cannabis Begriffe
Der Fokus liegt auf einer verständlichen Erläuterung zentraler Begriffe rund um Cannabis. Hierbei geht es nicht nur um terminologische Klarheit, sondern auch um die Wirkstoffe, Anwendungsmöglichkeiten und den rechtlichen Rahmen. Ob Aromablüten, Decarboxylierung oder CBD-Öl – wir analysieren die Bedeutung dieser Begriffe und ihre Relevanz für die medizinische Praxis.
Wer die wichtigsten Cannabis Begriffe kennt, kann medizinische Informationen besser einordnen, seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden und aktiver an Therapieentscheidungen mitwirken. Im Folgenden werden zentrale Fachbegriffe strukturiert erklärt: Zuerst Grundlagen wie Cannabinoide und das Endocannabinoidsystem, dann konkrete Produkte wie Aromablüten und Extrakte, anschliessend Prozesse wie die Decarboxylierung und schliesslich Anwendungen, rechtliche Aspekte und praktische Hinweise für die Schweiz.
Grundlagen: Cannabis, Cannabinoide und Endocannabinoidsystem
Um Cannabis Begriffe richtig zu verstehen, ist ein Blick auf die Grundlagen hilfreich. Cannabis ist eine Gattung der Hanfpflanzen, zu der verschiedene Varietäten gehören. In der Medizin stehen vor allem die Inhaltsstoffe der Blüten im Vordergrund, insbesondere die Gruppe der sogenannten Cannabinoide. Ergänzend spielen Terpene und Flavonoide eine Rolle, die Geruch, Geschmack und möglicherweise auch Teile der Wirkung beeinflussen.
Was sind Cannabinoide?
Cannabinoide sind bioaktive Verbindungen der Hanfpflanze. Bekannt sind vor allem Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD). Diese wirken auf das menschliche Endocannabinoidsystem und beeinflussen dadurch körperliche und psychische Prozesse. Während THC psychoaktive Effekte hervorruft und in der Freizeitnutzung im Fokus steht, wird CBD aufgrund seiner entzündungshemmenden, schmerzlindernden und angstlösenden Effekte erforscht und geschätzt.
Neben THC und CBD existieren weitere Cannabinoide wie CBG (Cannabigerol), CBC (Cannabichromen) oder CBN (Cannabinol). Sie kommen meist in geringeren Mengen vor, können aber das Gesamtwirkprofil eines Cannabispräparats mitbestimmen. In der Fachliteratur wird oft vom sogenannten „Entourage-Effekt“ gesprochen: Das Zusammenspiel verschiedener Cannabinoide und Terpene kann die Wirkung beeinflussen. In der medizinischen Praxis wird deshalb zunehmend darauf geachtet, welche Cannabinoid-Zusammensetzung für welche Indikation sinnvoll sein kann.
Endocannabinoidsystem: Warum der Körper auf Cannabis reagiert
Das Endocannabinoidsystem ist ein körpereigenes Regulationssystem, das an Prozessen wie Schmerzverarbeitung, Schlaf, Appetit, Stimmung und Immunreaktionen beteiligt ist. Es besteht unter anderem aus Cannabinoid-Rezeptoren (z. B. CB1 und CB2), körpereigenen Botenstoffen (Endocannabinoiden) und Enzymen, die diese Botenstoffe auf- und abbauen.
Pflanzliche Cannabinoide wie THC und CBD können an diese Rezeptoren binden oder deren Aktivität modulieren. THC bindet insbesondere an CB1-Rezeptoren im zentralen Nervensystem, was die bekannten psychoaktiven Effekte erklärt. CBD wirkt indirekter und kann die Signalübertragung an verschiedenen Stellen beeinflussen. Das Verständnis dieser Zusammenhänge hilft zu erklären, warum medizinisches Cannabis bei manchen Beschwerden wirksam sein kann, bei anderen aber nicht oder nur eingeschränkt geeignet ist.
Die Reaktion auf medizinisches Cannabis ist individuell unterschiedlich, weil das Endocannabinoidsystem von Mensch zu Mensch variiert. Dies ist ein wichtiger Grund, weshalb Dosierung und Produktauswahl immer schrittweise und unter ärztlicher Begleitung erfolgen sollten.
Aromablüten, Extrakte und weitere Cannabisprodukte
Wer sich mit medizinischem Cannabis beschäftigt, trifft schnell auf Begriffe wie Aromablüten, Blüten zum Inhalieren, Öle, Extrakte oder Kapseln. Obwohl alle auf der gleichen Pflanze basieren, unterscheiden sie sich deutlich in Herstellungsart, Zusammensetzung und Anwendung. Ein klares Verständnis dieser Produktformen erleichtert Gespräche mit Ärzt:innen und Apotheken und unterstützt eine sichere Anwendung.
Aromablüten und ihre Verwendung
Aromablüten sind die getrockneten Blüten der Hanfpflanze, die für eine Vielzahl von Anwendungen genutzt werden. In der medizinischen Therapie sind besonders CBD-reiche Aromablüten von Interesse. Diese dienen unter anderem als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Extrakten oder können direkt konsumiert werden.
In der Schweiz sind CBD-Aromablüten mit weniger als 1 % THC als Konsum- bzw. Aromaprodukte im Handel erhältlich. Sie werden häufig verdampft (vaporisiert) oder in speziellen Fällen als Tee zubereitet. Für die ärztlich verordnete Therapie mit medizinischem Cannabis stehen zusätzlich standardisierte Blüten mit definierter THC- und CBD-Konzentration zur Verfügung, die als Rezeptur-Arzneimittel über Apotheken abgegeben werden. Wichtig ist, zwischen frei verkäuflichen Aromablüten und verschreibungspflichtigen medizinischen Blüten zu unterscheiden – beide sehen sich optisch ähnlich, haben aber unterschiedliche rechtliche und therapeutische Bedeutung.
Öle, Tinkturen und Extrakte
Neben Blüten sind Öle, Tinkturen und standardisierte Extrakte wichtige Darreichungsformen. CBD-Öl basiert meist auf einem Trägeröl (z. B. MCT-Öl oder Hanfsamenöl), in dem ein CBD-reicher Extrakt gelöst ist. Medizinische THC/CBD-Extrakte werden oft in definierten Konzentrationen hergestellt und als Tropfen dosiert. Diese Präparate ermöglichen eine feinere Dosierung und sind v. a. für Patient:innen geeignet, die den inhalativen Konsum nicht wünschen oder nicht vertragen.
Im Alltag ist es wichtig, auf Angaben zu Konzentration (z. B. mg/ml oder Prozentsatz), Trägeröl, THC-Gehalt und Herkunft zu achten. Bei verschriebenen Extrakten übernimmt diese Qualitätskontrolle die Apotheke, während bei frei verkäuflichen Produkten besonders auf transparente Deklaration geachtet werden sollte. Im medizinischen Kontext legen Ärzt:innen häufig gemeinsam mit den Patient:innen fest, ob Blüten, Extrakte oder eine Kombination sinnvoll sind.
Decarboxylierung: Aktivierung von Cannabiswirkstoffen
Ein Begriff, der häufig im Zusammenhang mit der Zubereitung von Cannabis fällt, ist „Decarboxylierung“. Er beschreibt einen chemischen Prozess, der entscheidend dafür ist, ob die Wirkstoffe in der Pflanze überhaupt in ihrer aktiven Form vorliegen. Wer die Funktionsweise versteht, kann Angaben zu Produkten und Empfehlungen zur Anwendung besser einordnen.
Decarboxylierung: Die Aktivierung von Cannabis
Der Prozess der Decarboxylierung ist essenziell, um die in der Hanfpflanze natürlichen Cannabinoid-Säuren in ihre aktive Form zu überführen. Hierbei wird durch Erhitzen das nichtaktive THCA in THC sowie CBDA in CBD gewandelt. Diese aktive Form entfaltet die gewünschten therapeutischen Wirkungen.
In frischen oder nur leicht getrockneten Blüten liegen Cannabinoide überwiegend als Säuren (z. B. THCA, CBDA) vor. Bei der Inhalation über einen Vaporizer oder beim Rauchen findet die Decarboxylierung durch die Hitze automatisch statt. Bei oraler Anwendung, etwa in Backwaren oder selbst hergestellten Ölen, ist ein gezieltes Erhitzen über einen bestimmten Zeitraum notwendig, um die inaktiven Säuren in aktive Cannabinoide umzuwandeln. Standardisierte medizinische Extrakte, die über Apotheken abgegeben werden, sind in der Regel bereits decarboxyliert, sodass die Wirkstoffe in bioverfügbarer Form vorliegen. Für Patient:innen ist wichtig zu wissen, dass Dosierungsempfehlungen immer von der bereits aktivierten Wirkstoffmenge ausgehen.
Medizinisches Cannabis: Anwendungen, Indikationen und Formen
Medizinisches Cannabis unterscheidet sich von frei verkäuflichen Cannabisprodukten vor allem durch seinen Status als Arzneimittel, die Standardisierung der Inhaltsstoffe und die ärztliche Begleitung. Für Patient:innen ist es hilfreich, sowohl die Indikationen als auch die unterschiedlichen Formen und Wege der Verordnung zu kennen.
Medizinisches Cannabis: Anwendungen und Indikationen
Medizinisches Cannabis umfasst Präparate, die unter ärztlicher Aufsicht zur Therapie eingesetzt werden. Indikationen, die von Cannabis profitieren können, sind diverse chronische Schmerzen, Entzündungen sowie neurologische und psychische Störungen. Das therapeutische Potenzial wird von der jeweiligen Cannabinoid-Zusammensetzung bestimmt.
In der Praxis kommen insbesondere chronische Schmerzen (z. B. bei rheumatischen Erkrankungen oder neuropathischen Schmerzen), Spastik bei neurologischen Erkrankungen, Appetitlosigkeit und Übelkeit im Rahmen von bestimmten Therapien sowie Schlafstörungen in Betracht. Ob medizinisches Cannabis geeignet ist, wird individuell beurteilt und hängt von Vorerkrankungen, Begleitmedikation, bisherigen Therapieversuchen und persönlichen Zielen ab. Zu beachten ist, dass Cannabis nicht bei allen Beschwerden wirkt und meist als Ergänzung, nicht als Ersatz bewährter Standardtherapien eingesetzt wird. Zentrale Begriffe wie „Start low, go slow“ (langsam einschleichen) beschreiben das vorsichtige Herantasten an die individuell passende Dosis.
Formen von medizinischem Cannabis in der Praxis
In der medizinischen Versorgung werden vor allem drei Formen genutzt: standardisierte Blüten, standardisierte Extrakte und zugelassene Fertigarzneimittel auf Cannabisbasis. Blüten werden häufig über Vaporizer inhaliert, was eine relativ rasche, aber vergleichsweise kurz anhaltende Wirkung ermöglicht. Extrakte und Öle werden in der Regel oral eingenommen, wirken verzögert, dafür länger anhaltend und sind feiner dosierbar.
Für einige Indikationen stehen zudem Fertigarzneimittel mit definierten THC- und CBD-Gehalten zur Verfügung. Diese haben detaillierte Fachinformationen und werden nach klaren Vorgaben verschrieben. Die Auswahl der Form hängt von der medizinischen Fragestellung, der gewünschten Wirkungsdauer, dem Nebenwirkungsprofil und den Vorlieben der Patient:innen ab. Auch hier hilft das Verständnis der zugrunde liegenden Begriffe, um gemeinsam mit der behandelnden Fachperson eine passende Lösung zu finden.
Vergleich von THC und CBD: Eigenschaften im Überblick
Um die Wirkung unterschiedlicher Cannabispräparate besser einschätzen zu können, ist ein grundlegendes Verständnis von THC und CBD hilfreich. Beide gehören zur Gruppe der Cannabinoide, unterscheiden sich aber deutlich in ihren Eigenschaften, Effekten und rechtlichen Konsequenzen. Die nachfolgende Tabelle stellt einige zentrale Aspekte gegenüber.
Table: Vergleich von THC und CBD
Die folgende Tabelle fasst wichtige Unterschiede zwischen THC und CBD übersichtlich zusammen und erleichtert die Einordnung verschiedener Präparate.
| Eigenschaft | THC | CBD |
|---|---|---|
| Psychoaktiv | Ja | Nein |
| Medizinische Indikation | Schmerz, Appetit | Schmerz, Entzündung, Angst |
| Rechtlicher Status | Betäubungsmittel | Nicht-betäubungsmittel |
Fakten: THC ist der primäre psychoaktive Wirkstoff der Cannabispflanze und untersteht in der Schweiz dem Betäubungsmittelgesetz. CBD ist nicht berauschend und gilt als Nicht-Betäubungsmittel, sofern der THC-Gehalt im Produkt unter 1 % bleibt. Beide Substanzen haben medizinisches Potenzial, greifen aber an unterschiedlichen Stellen im Endocannabinoidsystem an. Statistik: In vielen Ländern, darunter die Schweiz, nimmt die Zahl der ärztlichen Verschreibungen von medizinischen Cannabispräparaten zu. Gleichzeitig wächst der Markt für THC-arme und CBD-reiche Produkte. Exakte Zahlen variieren je nach Kanton und Erhebungsmethode, zeigen jedoch einen klaren Trend zu stärkerer Nutzung von Cannabis-basierten Therapien. Einordnung / Ableitung: Für Patient:innen ist entscheidend zu verstehen, dass der THC-Anteil über psychoaktive Effekte und Betäubungsmittelrecht entscheidet, während CBD eher für seine modulierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt wird. Die konkrete Mischung aus THC und CBD kann Wirkung und Verträglichkeit beeinflussen – daher ist eine individuelle, ärztlich begleitete Auswahl zentral.
Rechtliche Rahmenbedingungen zu Cannabis in der Schweiz
Cannabis Begriffe lassen sich nicht losgelöst vom rechtlichen Kontext verstehen. In der Schweiz sind insbesondere der THC-Gehalt, der Verwendungszweck (medizinisch vs. nicht-medizinisch) und die Art des Produkts entscheidend. Wer medizinisches Cannabis nutzt oder CBD-Produkte verwendet, sollte die wichtigsten rechtlichen Eckpunkte kennen.
Rechtliche Rahmenbedingungen in der Schweiz
In der Schweiz ist der Umgang mit Cannabis differenziert geregelt. Während der Anbau und Konsum von THC-reichen Sorten eingeschränkt sind, sind CBD-Produkte mit einem THC-Gehalt unter 1% legal. Medizinisches Cannabis erfordert eine ärztliche Verschreibung und wird über Apotheken bezogen.
Praktisch bedeutet dies: THC-haltige Cannabisblüten und -extrakte mit mehr als 1 % THC fallen unter das Betäubungsmittelgesetz und dürfen nur unter klar geregelten Bedingungen zu medizinischen Zwecken abgegeben werden. Ärzt:innen, die solche Präparate verschreiben, müssen bestimmte Vorgaben einhalten. CBD-Produkte werden rechtlich anders behandelt, solange sie definierte Grenzwerte einhalten und nicht als Arzneimittel mit spezifischer Heilaussage vermarktet werden. Patient:innen sollten sich bewusst sein, dass sich rechtliche Bestimmungen weiterentwickeln können – insbesondere im Bereich von Pilotprojekten und neuen Versorgungskonzepten. Eine aktuelle Information über seriöse Quellen oder direkt bei behandelnden Fachpersonen ist daher sinnvoll.
Cannabis-Therapie
Hier finden Sie eine strukturierte Übersicht, wie medizinisches Cannabis in der Schweiz eingesetzt wird, welche Schritte von der Indikationsstellung bis zur Verschreibung wichtig sind und welche Begriffe Sie dafür kennen sollten.
Info-/Vergleichsportal
Nutzen Sie das Evidena Info- und Vergleichsangebot, um unterschiedliche Cannabispräparate, Indikationen und Versorgungswege sachlich zu vergleichen und besser einzuordnen.
Partner-Apotheken
Informieren Sie sich, welche Apotheken Erfahrung mit medizinischem Cannabis haben und wie die Zusammenarbeit zwischen Ärzt:innen und Apotheken in diesem Bereich organisiert ist.
Allgemeine Fragen
Antworten auf häufige Fragen zu medizinischem Cannabis, rechtlichen Grundlagen und praktischer Anwendung helfen Ihnen, die wichtigsten Begriffe im Alltag sicher zu nutzen.
Bedeutung der Cannabis Begriffe im medizinischen Alltag
Die bisher erläuterten Cannabis Begriffe sind nicht nur theoretische Konzepte, sondern haben direkte Auswirkungen auf Diagnostik, Therapieplanung und den Austausch zwischen Patient:innen, Ärzt:innen und Apotheken. Wer die Unterschiede zwischen Aromablüten, standardisierten Extrakten, THC und CBD sowie den Prozess der Decarboxylierung kennt, kann Therapieempfehlungen besser nachvollziehen.
Kommunikation zwischen Patient:innen und Fachpersonen
Im Gespräch über medizinisches Cannabis fällt häufig eine Mischung aus medizinischen Fachausdrücken und alltagssprachlichen Begriffen. Wenn klar ist, was mit „Blüten“, „Öl“, „Extrakt“, „THC-dominant“ oder „CBD-betont“ gemeint ist, lassen sich Behandlungsziele, Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen präziser besprechen. Dies erleichtert auch die Dokumentation von Erfahrungen im Alltag, etwa in einem Medikamententagebuch.
Für Ärzt:innen ist es hilfreich zu wissen, wie Patient:innen Begriffe verstehen, um Missverständnisse zu vermeiden – beispielsweise beim Thema „legal“ im Unterschied zu „verschreibungspflichtig“. Für Patient:innen trägt ein klares Begriffsverständnis dazu bei, seriöse Informationsangebote zu nutzen, Dosierungsanweisungen korrekt umzusetzen und Veränderungen ihres Befindens gezielt zu beobachten und mitzuteilen.
Praktische Einordnung von Produktdeklarationen
Viele Cannabisprodukte – insbesondere im CBD-Bereich – tragen detaillierte Etiketten mit Angaben zu Milligramm, Prozentangaben, Vollspektrum oder Isolat. Wer die Begriffe zu Cannabinoiden, THC-Grenzwerten und Darreichungsformen kennt, kann diese Informationen besser bewerten. So wird deutlich, ob ein Produkt eher für eine begleitende Selbstmedikation im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten geeignet ist oder ob eine ärztliche Abklärung sinnvoll wäre.
Im medizinischen Setting übernehmen Apotheken einen wichtigen Teil der Übersetzung zwischen Fachsprache und Alltagssprache. Sie erklären beispielsweise, wie Tropfen korrekt zu dosieren sind, wie ein Vaporizer sachgerecht angewendet wird oder was bei der Lagerung von Blüten und Extrakten zu beachten ist. Ein gemeinsames Begriffsverständnis erleichtert diese Beratung und unterstützt eine sichere Anwendung zu Hause.
Fazit & Ausblick: Cannabis Begriffe als Grundlage informierter Entscheidungen
Das Verständnis zentraler Cannabis-Begriffe ist entscheidend für eine sachliche Auseinandersetzung mit dem zunehmenden Einsatz in der Medizin. Während die Forschung weiter fortschreitet, ist es von höchster Bedeutung, dass Patient:innen und medizinische Fachkräfte informiert und aufgeklärt werden. Diese Klarheit trägt nicht nur zur Verbesserung der individuellen Therapien bei, sondern fördert auch die allgemeine Akzeptanz von Cannabis als medizinische Option.
Zusammengefasst helfen klar definierte Cannabis Begriffe dabei, den Unterschied zwischen Freizeitkonsum und medizinischer Anwendung zu verstehen, rechtliche Vorgaben in der Schweiz richtig einzuordnen und seriöse Informationsquellen von unsicheren Angeboten zu unterscheiden. Wer weiss, was Cannabinoide sind, wie Aromablüten und Extrakte sich unterscheiden, warum Decarboxylierung wichtig ist und unter welchen Bedingungen medizinisches Cannabis verschrieben werden kann, ist besser gerüstet, gemeinsam mit Fachpersonen über eine mögliche Therapie zu entscheiden.
Mit der weiteren wissenschaftlichen Erforschung von Cannabis und der fortschreitenden Entwicklung des rechtlichen Rahmens ist zu erwarten, dass neue Begriffe hinzukommen und bestehende Definitionen präzisiert werden. Es lohnt sich daher, die eigene Wissensbasis regelmässig zu aktualisieren und Fragen offen mit Ärzt:innen und Apotheken zu besprechen. So bleibt Cannabis im medizinischen Kontext ein transparentes, gut verständliches Thema – und wird nicht zu einem unklaren Feld zwischen Hoffnung, Unsicherheit und Missverständnissen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Aromablüten und medizinischen Cannabisblüten?
Aromablüten sind in der Schweiz meist CBD-reiche, THC-arme Hanfblüten mit weniger als 1 % THC, die als Konsum- oder Aromaprodukte verkauft werden. Medizinische Cannabisblüten hingegen sind standardisierte Arzneimittel mit definiertem THC- und CBD-Gehalt, die einer strengen Qualitätskontrolle unterliegen und nur auf ärztliche Verschreibung über Apotheken abgegeben werden. Optisch können sich beide ähneln, rechtlich und therapeutisch bestehen jedoch klare Unterschiede.
Warum ist die Decarboxylierung bei Cannabis wichtig?
Decarboxylierung wandelt die natürlich vorkommenden Cannabinoid-Säuren (z. B. THCA, CBDA) durch Wärme in ihre aktiven Formen (THC, CBD) um. Ohne diesen Schritt entfalten viele Cannabispräparate ihre typischen Wirkungen nur eingeschränkt. Beim Inhalieren über Vaporizer oder beim Rauchen erfolgt die Decarboxylierung automatisch durch Hitze, bei oraler Anwendung muss sie gezielt erfolgen. Standardisierte medizinische Extrakte sind in der Regel bereits decarboxyliert.
Ist CBD in der Schweiz immer legal?
CBD selbst ist nicht als Betäubungsmittel eingestuft. Entscheidend für die Legalität eines Produkts ist insbesondere der THC-Gehalt: Liegt dieser unter 1 %, kann das Produkt in der Schweiz grundsätzlich legal verkauft werden, sofern es die weiteren gesetzlichen Vorgaben erfüllt (z. B. keine unzulässigen Heilsversprechen). Produkte mit höherem THC-Gehalt fallen unter das Betäubungsmittelgesetz und sind verschreibungspflichtig.
Für welche Beschwerden wird medizinisches Cannabis häufig eingesetzt?
Medizinisches Cannabis wird in der Schweiz insbesondere bei chronischen Schmerzen, Spastik bei neurologischen Erkrankungen, Appetitlosigkeit und Übelkeit im Rahmen bestimmter Therapien sowie teils bei Schlafstörungen eingesetzt. Ob es im Einzelfall geeignet ist, beurteilt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung von Vorerkrankungen, bisherigen Therapien und individuellen Therapiezielen.
Quellen
- Grinland – Cannabis ABC: Alphabetische Übersicht zentraler Cannabisbegriffe mit kurzen Definitionen.
- Hanfgemacht – Cannabis von A bis Z: Lexikon mit Erklärungen zu wichtigen Fachbegriffen rund um Hanf und Cannabis.
- Hanfgemacht – Zusatzinformationen: Ergänzende Hintergrundinformationen zu Wirkstoffen, Pflanzenbestandteilen und Anwendungsformen.